05 Dezember 2006
Ich schulde euch wohl noch ein bisschen Neuseeland. Hier sind sie endlich, meine missglueckten...
Landschaftsbeschreibungen und Gedankenschnippsel
Es gab viel kalten Regen trotz Frühlingserwartung
Besonders am Anfang war die Landschaft oft nur braun, viel gelb und manchmal nur blasses rosa; dann ab und zu krachertes Pink an Blueten am Strassenrand (wenn wir mal durch ein Dorf fahren) und vorsichtiges Gruen an den Spitzen von Bäumchen.
Unzählbare tote Eichhörnchen, Hasen und noch mehr Opossums, die hier eine regelrechte Plage sind, liegen auf der Fahrbahn und locken den ein oder anderen Aasfresser, meist ziemlich grosse Vögel, auf die Strasse. Es ist traurig und wenn man weiss, wie weich das Fell der Tiere ist, möchte man sie am liebsten nochmal streicheln, aber die grosse Anzahl an toten Tieren zeugt ja von einer noch größeren Anzahl von lebenden, also ist es schon nicht mehr so schlimm.
In Japan kamen mir die Leute manchmal sehr kontrovers vor: einerseits haben sie sich nicht mal getraut "Entschuldigung" zu sagen, wenn sie auf der Rolltreppe an dir vorbei wollten, andererseits kommt man in die renomiertesten Restaurants hinein, nur um angebruellt zu werden, sobald man ueber die Tuerschwelle tritt. die Toiletten haben Apparate instaliert, die die Klospühlung simulieren, nur damit man das Pinkelgeräusch nicht hört und dann laufen in der Fußgängerzone lauter 15-Jährige Mädchen in Dienstmädchen-Verkleidungen herum, deren Röcke sehr knapp sind, und lassen sich posierend von lüsternen älteren Herren fotografieren.
Hier dagegen ist die Landschaft extrem (in unserem Wohnwagen haben wir wenige Neuseelaender kennengelernt...), denn es scheint keine Übergänge, Kompromisse zu geben, ich hab das Gefuehl Purheit und groesstes Chaos herrscht die ganze Zeit; die Bergrücken reihen sich hintereinander, sehen neblig aus und sind doch gestochen scharfe Umrisse, jeder einzelne. sanftes grünes Weideland mit Schafen soweit das Auge reicht, und wenn man sich umdreht steile Klippen gegen die ein tosendes Meer wütend anrauscht, nur angekuendigt durch einen Wind, der die letzten 50 km schon an unserem Wagen rüttelt und ihn hartnäckig versucht, von der Strasse zu schubsen.
oder nach einem Augenblinseln sind die Nebelschwaden, die einem den Morgen verdüstern, ausgetauscht gegen eine unerbittliche Sonne und damit ein dreckiges Meer mit schwarzem Sand gegen einen blauen Strand.
Schneebedeckte Fiorde greifen durch senkrecht abfallende Felswände, die noch mit dichtem Buschwerk bewachsen sind, in die stille, schwarze See hinaus.
Fuer alle, die Oberaudorf kennen:
Kehrt man dem Meer den Rücken und fährt 2, 3 Km ins Land, denkt man, man sei in Ebbs, im Inntal. Das erste Mal sind die Kühe nicht wie bisher in einer Landschaft, die von Playmobil (womit ich nie gespielt hab) erschaffen scheint, einheitlich lackiert in einer der Farben schwarz, weiß oder braun und stellen sich an einem unübersehbaren Ort (sie bevorzugen Bergrücken) repräsentativ auf, sondern sie sind gefleckt und liegen gemütlich auf der Wiese rum. Vor einem baut sich der 3. und 4. Kaiser auf und die frischen Felder. Nur sind die schoenen Haflinger hier dunkel braun und wenn man den Kopf dreht, glitzert dort, wo man den Inn vermutet, das Meer bis zum Horizont.
Bei unseren Wanderungen war es ab und zu sehr frustrierend, solch ästhetische Perfektion hinter den Massen von weißer Feuchtigkeit zu wissen, wenn man die Wonne, die Landschaft anzusehen, schon hatte. Sie lässt einfach nichts zu wünschen übrig: Seen, Wind, flaches oder hügeliges Grasland mit friedlichen Tieren (darunter gerade sehr viele Jungtiere), runde Hügel, braune, rote und orange Berge, Felswände. alles was das Naturherz nur begehren kann.
wir haben uns auf der Suedinsel einen Wanderfuehrer gekauft und haben viele kleine und ein paar grosse Wanderungen gemacht, was wir sehr genossen haben. Manchmal kommt man einem Land nur so naeher, gerade wenn man mit den Leuten nicht richtig in Kontakt kommt.
Es war aeusserst schmerzhaft, "unseren Wicked" am Ende wieder abzugeben, weil er wirklich ein kleines gemuetliches Zuhause geworden war und wir auch schon rutiniert darin waren, auf einer Gasflamme zu kochen (wenn wir uns nicht von Muesli mit H-Milch oder Muffins ernaehrten) und aus einer Kuehlbox mit Eiswuerfeln immer wieder eine "Tiefsee" zu machen, in denen unsere Joghurts oder Nudelsaucen schwammen. ausserdem haben wir festgestellt, dass man sich in einem Monat auch nicht haeufiger als 5 oder 6 Mal zu duschen braucht.
Abgesehen von diesen ganzen schoenen Erinnerungen hab ich auch noch ein paar ziemlich unangenehme auf Lager, die sich um Behoerden und Buerokratie drehen, weil ich doch einen neuen Pass beantragen musste und weil dieser temporaer ist, musste ich zusaetzlich ein kostspieliges US-Visum beantragen, was mir noch mehr Scherereien einbrachte. Ohne Max' Unterstuetzung und Einsatz saesse ich vermutlich immer noch heulend in Neuseeland. jetzt dagegen hab ich einen gruenen Pass im Gegensatz zu euch allen (der die schrecklichsten Fotos enthaelt, die je von mir gemacht wurden) und ich kann die naechsten 10 Jahre immer wieder umsonst fuer 6 Monate in die USA; Juhu! eine der wenigen Sachen, die ich fuer diese Periode meines Lebens sicher nicht geplant hatte.
Landschaftsbeschreibungen und Gedankenschnippsel
Es gab viel kalten Regen trotz Frühlingserwartung
Besonders am Anfang war die Landschaft oft nur braun, viel gelb und manchmal nur blasses rosa; dann ab und zu krachertes Pink an Blueten am Strassenrand (wenn wir mal durch ein Dorf fahren) und vorsichtiges Gruen an den Spitzen von Bäumchen.
Unzählbare tote Eichhörnchen, Hasen und noch mehr Opossums, die hier eine regelrechte Plage sind, liegen auf der Fahrbahn und locken den ein oder anderen Aasfresser, meist ziemlich grosse Vögel, auf die Strasse. Es ist traurig und wenn man weiss, wie weich das Fell der Tiere ist, möchte man sie am liebsten nochmal streicheln, aber die grosse Anzahl an toten Tieren zeugt ja von einer noch größeren Anzahl von lebenden, also ist es schon nicht mehr so schlimm.
In Japan kamen mir die Leute manchmal sehr kontrovers vor: einerseits haben sie sich nicht mal getraut "Entschuldigung" zu sagen, wenn sie auf der Rolltreppe an dir vorbei wollten, andererseits kommt man in die renomiertesten Restaurants hinein, nur um angebruellt zu werden, sobald man ueber die Tuerschwelle tritt. die Toiletten haben Apparate instaliert, die die Klospühlung simulieren, nur damit man das Pinkelgeräusch nicht hört und dann laufen in der Fußgängerzone lauter 15-Jährige Mädchen in Dienstmädchen-Verkleidungen herum, deren Röcke sehr knapp sind, und lassen sich posierend von lüsternen älteren Herren fotografieren.
Hier dagegen ist die Landschaft extrem (in unserem Wohnwagen haben wir wenige Neuseelaender kennengelernt...), denn es scheint keine Übergänge, Kompromisse zu geben, ich hab das Gefuehl Purheit und groesstes Chaos herrscht die ganze Zeit; die Bergrücken reihen sich hintereinander, sehen neblig aus und sind doch gestochen scharfe Umrisse, jeder einzelne. sanftes grünes Weideland mit Schafen soweit das Auge reicht, und wenn man sich umdreht steile Klippen gegen die ein tosendes Meer wütend anrauscht, nur angekuendigt durch einen Wind, der die letzten 50 km schon an unserem Wagen rüttelt und ihn hartnäckig versucht, von der Strasse zu schubsen.
oder nach einem Augenblinseln sind die Nebelschwaden, die einem den Morgen verdüstern, ausgetauscht gegen eine unerbittliche Sonne und damit ein dreckiges Meer mit schwarzem Sand gegen einen blauen Strand.
Schneebedeckte Fiorde greifen durch senkrecht abfallende Felswände, die noch mit dichtem Buschwerk bewachsen sind, in die stille, schwarze See hinaus.
Fuer alle, die Oberaudorf kennen:
Kehrt man dem Meer den Rücken und fährt 2, 3 Km ins Land, denkt man, man sei in Ebbs, im Inntal. Das erste Mal sind die Kühe nicht wie bisher in einer Landschaft, die von Playmobil (womit ich nie gespielt hab) erschaffen scheint, einheitlich lackiert in einer der Farben schwarz, weiß oder braun und stellen sich an einem unübersehbaren Ort (sie bevorzugen Bergrücken) repräsentativ auf, sondern sie sind gefleckt und liegen gemütlich auf der Wiese rum. Vor einem baut sich der 3. und 4. Kaiser auf und die frischen Felder. Nur sind die schoenen Haflinger hier dunkel braun und wenn man den Kopf dreht, glitzert dort, wo man den Inn vermutet, das Meer bis zum Horizont.
Bei unseren Wanderungen war es ab und zu sehr frustrierend, solch ästhetische Perfektion hinter den Massen von weißer Feuchtigkeit zu wissen, wenn man die Wonne, die Landschaft anzusehen, schon hatte. Sie lässt einfach nichts zu wünschen übrig: Seen, Wind, flaches oder hügeliges Grasland mit friedlichen Tieren (darunter gerade sehr viele Jungtiere), runde Hügel, braune, rote und orange Berge, Felswände. alles was das Naturherz nur begehren kann.
wir haben uns auf der Suedinsel einen Wanderfuehrer gekauft und haben viele kleine und ein paar grosse Wanderungen gemacht, was wir sehr genossen haben. Manchmal kommt man einem Land nur so naeher, gerade wenn man mit den Leuten nicht richtig in Kontakt kommt.
Es war aeusserst schmerzhaft, "unseren Wicked" am Ende wieder abzugeben, weil er wirklich ein kleines gemuetliches Zuhause geworden war und wir auch schon rutiniert darin waren, auf einer Gasflamme zu kochen (wenn wir uns nicht von Muesli mit H-Milch oder Muffins ernaehrten) und aus einer Kuehlbox mit Eiswuerfeln immer wieder eine "Tiefsee" zu machen, in denen unsere Joghurts oder Nudelsaucen schwammen. ausserdem haben wir festgestellt, dass man sich in einem Monat auch nicht haeufiger als 5 oder 6 Mal zu duschen braucht.
Abgesehen von diesen ganzen schoenen Erinnerungen hab ich auch noch ein paar ziemlich unangenehme auf Lager, die sich um Behoerden und Buerokratie drehen, weil ich doch einen neuen Pass beantragen musste und weil dieser temporaer ist, musste ich zusaetzlich ein kostspieliges US-Visum beantragen, was mir noch mehr Scherereien einbrachte. Ohne Max' Unterstuetzung und Einsatz saesse ich vermutlich immer noch heulend in Neuseeland. jetzt dagegen hab ich einen gruenen Pass im Gegensatz zu euch allen (der die schrecklichsten Fotos enthaelt, die je von mir gemacht wurden) und ich kann die naechsten 10 Jahre immer wieder umsonst fuer 6 Monate in die USA; Juhu! eine der wenigen Sachen, die ich fuer diese Periode meines Lebens sicher nicht geplant hatte.
