30 September 2006
Wir sind so gross - wir sind so klein
Ich fahre einen "Camper Van", zu deutsch einen Wohnwagen, aber einen ohne Dusche und Klo, nur ein kleines Waschbecken und eine Liegeflaeche, die drunter ziemlich viel Stauraum hat und man kann auch einen Tisch daraus bauen, aber das haben wir bisher noch nicht gemacht; wir sind schon 6 Tage damit unterwegs und es ist sehr kalt. Wir sind begeistert von der schnell wechselnden Landschaft, Vegetation, nur leider ist das Wetter auch sehr wechselhaft und entscheidet sich dann in den unpassendsten Momenten (wenn wir ohne gscheiten Regenschutz auf Wanderungen sind zum Beispiel) doch fuer Sintflutregen. Was wir bisher gesehen haben, ist schon nicht mehr aufzuzaehlen, aber gerade haben die Wolken "Mordor" wieder verschlungen, fuer alle, die wissen, dass das ein Schauplatz aus "Herr der Ringe" ist. Warme Quellen, saure, heisse Fluesse, Wasserfaelle und Vulkane haben wir schon hinter uns gelassen.
Ich fahre links und sitze rechts. Einfach so. Erst aus dem Parkplatz raus, dann ein paar Kreuzungen, manchmal frage ich den Max, ob ich die richtige Spur nehme, aber wir fahren ueberland und sehen schon allerhand (schoene Gruesse von Pumukel). Hamilton war nicht sehr spektakulaer, aber wir sind am Fluss aufgewacht, was schoen war und auf der Fahrt nach Rotorua und Umgebung tolle Sicht auf verschiedene Seen und Vegetationen gehabt, denn hier scheinen sehr veschiedene uebergangslos aneinander anzugrenzen. Den einen See wollten wir umrunden und ich frag mich noch so ganz naiv, was eigentlich "Gravel Road" heisst, denn das Schild sah so nach Baustelle aus, dann erfahren wir es schon am eigenen Leib, oder besser gesagt am eigenen "WickedCamper". Zum Glueck hat er so gut wie keine Federung! Von dem Schild an, war ich dann froh ueber jedes Verkehrsschild, auch wenn es nur gelb ist und eine Kuh darauf ist, denn nach eine Kuhherde mit motorisertem Schaefer und Schaeferhunden, ist das nach einer halben Stunde zumindest ein Zeichen von Zivisilation. Davor nur grosse Weite, sofern es das gibt, gruene, weiche Huegel bis zum Horizont, nur durchbrochen von hunderten von weissen Flecken: Afro-schafen. Es erinnert an Skandinavien (obwohl wir noch nie dort waren) und doch auch irgendwie nicht; es scheint magisch. Eine Stunde lang 23 km pro Stunde, ab und zu mal 25 oder sogar 27 gefahren, waehrend Max die Sonne als Kompass benutzt. Bin schon ziemlich an ihn gewoehnt (ja, an den Max sowieso), faehrt schliesslich wie ein Diesel, also nicht nur im ersten und zweiten Gang an, sondern auch im dritten und ob es auch im vierten geht, muss ich noch rauskriegen. Ausserdem nehmen die Rufe von links "Vorsicht: Links! LINKS!!!
Wir freuen uns ueber so viel Freiheit, ein gemuetliches Bett und die Moeglichkeit, unsere Sachen endlich wieder ungeordnet in einem Raum verteilen zu koennen, unser eigener Herr mit eigenem Herd zu sein. Hehe, Prometeus spielen. Nur der Benzinpreis schraenkt uns ein bisschen ein, aber nachdem die Tankanzeige sowieso voellig spinnt und wie jedes Mal verschieden viel in den leeren Tank pumpen und wir es letztlich eh nicht aendern koenen, ist das zweittangig. Coldplay und Dido ganz laut in unseren Ohren. Jede Kleinstadt kommen noch ein paar Stimmen mehr dazu: Tracy Chapman, Bob Marley, Lauryn Hill...
was ganz und gar nicht schoen war, ist dass sie mir in Rotorua meine Handtasche mit fast allem drin geklaut haben. aus dem Auto raus, das nicht abgeschlossen war, weil wir auch direkt daneben (ca 20 meter) auf den Schaukeln eines Spielplatzes geschaukels sind. war echt ein riesen Schock, der mir noch im Kopf rumschwirrt
einerseits natuerlich der matierelle Verlust, der nicht gering war, aber mehr gerade die Dinge, mit denen diese Arschloecher garantiert nichts anfangen koennen, mein Zeichenblock, in den ich die Sydney-Oper aus allen moeglichen Blickwinkeln und den Max am Strand mit Bart in Malaysien gezeichnet hab, unsinnige Listen ueber lustige Dinge, typische Clara-Gedankengaenge und Kritzeleien, die nur mir etwas bedeuten; ausserdem war er aus dem Shop des Musuems fuer Islam in Kuala Lumpur, direkt neben der National Moschee...der gruene Bikini, ueber den ich mir vor dem Kauf so den Kopf zerbrochen hab, mein kleines Taschenmesser, das ich alle 20 min. vermisse, die homoepatischen Kuegelchen, die mir meine Mutter gegeben hatte, die Kette, die mir die Schweizerin geschenkt hat, die Tasche selbst, die so ein gutes Andenken an Singapur war und der Karabiner, um den ich in Bangkok so gefeilscht hab und an den ich meine Flipflops gehaengt hab, wenn ich barfuss oder ins Wasser gegangen bin. die Sonnencreme, die ich bei meiner Surfschule gekauft hab usw. ganz zu schweigen, vom MP3-player, den ich jetzt nicht vermisse, weil wir im Auto CDs haben, aber den ich vermissen werde auf den ganzen kommenden Busfahrten...die Empoerung und das Unverstaendis diesen jungen Menschen gegenueber, die wenig aelter sind als wir, die uns gesehen haben, uns auf dem Spielplatz rumbloedeln gesehen haben und noch lachten...Wut darueber, dass wir jetzt so lange zoegern, wenn wir Tramper am Strassenrand sehen, bis wir zu weit weg sind, und das, weil wir nicht mehr genug Vertrauen haben. Wut ueber die ganzen Scherereien, die ich jetzt mit den verschiedenen Botschaften hab, weil ich kein einziges Dokument mehr habe, noch irgendeine Moeglichkeit an Geld zu kommen, ausser durch den Max.
die Hilflosigkeit macht so wuetend und die Vorstellung, dass sie vermutlich alle meine Sachen verbrennen. Meine Dokumente! Ich kann doch nicht mal in ein Taschenbuch ein Eselsohr machen! Grr.
aber andererseits hab ich jetzt nichts mehr, was ich verlieren kann, was auch ein neues Gefuehl ist! nur meine Kamera hab ich zum Glueck noch, weil ich den Max auf der Schaukel fotografieren musste...jetzt gibt es also noch eine Chance, dass ihr irgendwelche Fotos von mir seht, aber ich weiss: ihr habt die Hoffnung schon laengst aufgegeben!
soweit erstmal, jetzt muss ich los, weil der Max schon so lange auf mich wartet. Dass wir trotz oder vielleicht auch wegen der Verzweiflung gestern gleich Fallschirm springen waren, erzaehl ich euch dann naechstes Mal...
Alles Liebe aus Neuseeland oder wahlweise Mittelerde!
eure Clara
Ich fahre links und sitze rechts. Einfach so. Erst aus dem Parkplatz raus, dann ein paar Kreuzungen, manchmal frage ich den Max, ob ich die richtige Spur nehme, aber wir fahren ueberland und sehen schon allerhand (schoene Gruesse von Pumukel). Hamilton war nicht sehr spektakulaer, aber wir sind am Fluss aufgewacht, was schoen war und auf der Fahrt nach Rotorua und Umgebung tolle Sicht auf verschiedene Seen und Vegetationen gehabt, denn hier scheinen sehr veschiedene uebergangslos aneinander anzugrenzen. Den einen See wollten wir umrunden und ich frag mich noch so ganz naiv, was eigentlich "Gravel Road" heisst, denn das Schild sah so nach Baustelle aus, dann erfahren wir es schon am eigenen Leib, oder besser gesagt am eigenen "WickedCamper". Zum Glueck hat er so gut wie keine Federung! Von dem Schild an, war ich dann froh ueber jedes Verkehrsschild, auch wenn es nur gelb ist und eine Kuh darauf ist, denn nach eine Kuhherde mit motorisertem Schaefer und Schaeferhunden, ist das nach einer halben Stunde zumindest ein Zeichen von Zivisilation. Davor nur grosse Weite, sofern es das gibt, gruene, weiche Huegel bis zum Horizont, nur durchbrochen von hunderten von weissen Flecken: Afro-schafen. Es erinnert an Skandinavien (obwohl wir noch nie dort waren) und doch auch irgendwie nicht; es scheint magisch. Eine Stunde lang 23 km pro Stunde, ab und zu mal 25 oder sogar 27 gefahren, waehrend Max die Sonne als Kompass benutzt. Bin schon ziemlich an ihn gewoehnt (ja, an den Max sowieso), faehrt schliesslich wie ein Diesel, also nicht nur im ersten und zweiten Gang an, sondern auch im dritten und ob es auch im vierten geht, muss ich noch rauskriegen. Ausserdem nehmen die Rufe von links "Vorsicht: Links! LINKS!!!
Wir freuen uns ueber so viel Freiheit, ein gemuetliches Bett und die Moeglichkeit, unsere Sachen endlich wieder ungeordnet in einem Raum verteilen zu koennen, unser eigener Herr mit eigenem Herd zu sein. Hehe, Prometeus spielen. Nur der Benzinpreis schraenkt uns ein bisschen ein, aber nachdem die Tankanzeige sowieso voellig spinnt und wie jedes Mal verschieden viel in den leeren Tank pumpen und wir es letztlich eh nicht aendern koenen, ist das zweittangig. Coldplay und Dido ganz laut in unseren Ohren. Jede Kleinstadt kommen noch ein paar Stimmen mehr dazu: Tracy Chapman, Bob Marley, Lauryn Hill...
was ganz und gar nicht schoen war, ist dass sie mir in Rotorua meine Handtasche mit fast allem drin geklaut haben. aus dem Auto raus, das nicht abgeschlossen war, weil wir auch direkt daneben (ca 20 meter) auf den Schaukeln eines Spielplatzes geschaukels sind. war echt ein riesen Schock, der mir noch im Kopf rumschwirrt
einerseits natuerlich der matierelle Verlust, der nicht gering war, aber mehr gerade die Dinge, mit denen diese Arschloecher garantiert nichts anfangen koennen, mein Zeichenblock, in den ich die Sydney-Oper aus allen moeglichen Blickwinkeln und den Max am Strand mit Bart in Malaysien gezeichnet hab, unsinnige Listen ueber lustige Dinge, typische Clara-Gedankengaenge und Kritzeleien, die nur mir etwas bedeuten; ausserdem war er aus dem Shop des Musuems fuer Islam in Kuala Lumpur, direkt neben der National Moschee...der gruene Bikini, ueber den ich mir vor dem Kauf so den Kopf zerbrochen hab, mein kleines Taschenmesser, das ich alle 20 min. vermisse, die homoepatischen Kuegelchen, die mir meine Mutter gegeben hatte, die Kette, die mir die Schweizerin geschenkt hat, die Tasche selbst, die so ein gutes Andenken an Singapur war und der Karabiner, um den ich in Bangkok so gefeilscht hab und an den ich meine Flipflops gehaengt hab, wenn ich barfuss oder ins Wasser gegangen bin. die Sonnencreme, die ich bei meiner Surfschule gekauft hab usw. ganz zu schweigen, vom MP3-player, den ich jetzt nicht vermisse, weil wir im Auto CDs haben, aber den ich vermissen werde auf den ganzen kommenden Busfahrten...die Empoerung und das Unverstaendis diesen jungen Menschen gegenueber, die wenig aelter sind als wir, die uns gesehen haben, uns auf dem Spielplatz rumbloedeln gesehen haben und noch lachten...Wut darueber, dass wir jetzt so lange zoegern, wenn wir Tramper am Strassenrand sehen, bis wir zu weit weg sind, und das, weil wir nicht mehr genug Vertrauen haben. Wut ueber die ganzen Scherereien, die ich jetzt mit den verschiedenen Botschaften hab, weil ich kein einziges Dokument mehr habe, noch irgendeine Moeglichkeit an Geld zu kommen, ausser durch den Max.
die Hilflosigkeit macht so wuetend und die Vorstellung, dass sie vermutlich alle meine Sachen verbrennen. Meine Dokumente! Ich kann doch nicht mal in ein Taschenbuch ein Eselsohr machen! Grr.
aber andererseits hab ich jetzt nichts mehr, was ich verlieren kann, was auch ein neues Gefuehl ist! nur meine Kamera hab ich zum Glueck noch, weil ich den Max auf der Schaukel fotografieren musste...jetzt gibt es also noch eine Chance, dass ihr irgendwelche Fotos von mir seht, aber ich weiss: ihr habt die Hoffnung schon laengst aufgegeben!
soweit erstmal, jetzt muss ich los, weil der Max schon so lange auf mich wartet. Dass wir trotz oder vielleicht auch wegen der Verzweiflung gestern gleich Fallschirm springen waren, erzaehl ich euch dann naechstes Mal...
Alles Liebe aus Neuseeland oder wahlweise Mittelerde!
eure Clara
18 September 2006
Kulturschock Sydney
Ploetzlich sehen die Leute wieder alle "westlich" aus und die Klos sind sauber (und auch wieder "westlich") und haben Klopapier. Alles ist ein bisschen so wie daheim, nur lassen sich alle Schloesser komischerweise durch eine Schluesseldrehung "in die andere Richtung" oeffnen.
Sydney erinnert mich vom Stadtbild am ehesten an eine Mischung aus London und Portland, Oregon, falls ich mich noch richtig daran erinnere. zwischen den ganzen neumodischen Gebaeuden, die netterweise groessenteils keine Bausuenden sind, steht immer wieder eine alte Backstein-Kirche, Reihenhaeuser mit aufwendig verschnoerkeltem Gelaender oder ein 4-stoeckiges Einkaufszentrum im feinsten Jugendstil! und dann ist da noch diese komische Gebaeude am Hafen, weiss, mit Zacken, hat irgendwas mit Musik zu tun...
Die Luft ist frisch und mit der Luftfeuchtigkeit schwindet auch meine Braeune schon wieder, wie es scheint. Aus den Tropen in den Fruehling zu reisen fuehlt sich komisch an, auch wenn der Fruehling hier nicht vergleichbar ist mit dem deutschen. die Sonne ist tagsueber extrem stark, gleich am ersten Tag waren wir sogar schon im Meer, wenn auch nicht weit, weil die Wellen so stark sind. Und trotzdem wird es abends und im Schatten erstaunlich kalt. das erste Mal auf der Reise war ich froh ueber warme Duschen.
Vielleicht bekomme ich gerade jetzt heimweh, weil die Menschen euch physisch zumindest so aehnlich sind oder weil es auch von der Umgebung her "Zuhause" sein koennte, es aber einfach nicht ist. Oder weil weibliche Gesellschaft nach einer gewissen Zeit einfach nicht mehr unabdingbar ist, genauso wie eine Umarmung...
2 Tage spaeter sind wir schon fast alles abgelaufen, was es innerhalb des Stadtzentrums so zu sehen gibt und ich geniesse es sehr, in der Frueh alleine mit dem Bus und Musik in den Ohren an den Strand zu fahren, wo ich dann eine meiner 3 Surfstunden nehme, denen ich nicht wiederstehen konnte. Das ganze macht viel Spass, auch wenn ich noch nicht sehr viel stehe, aber immerhin hab ich schon 2 Wellen richtig genommen, was echt ein tolles Gefuehl war. Morgen ist erstmal die letzte Stunde, was auch nicht schlecht ist, denn das Wasser ist sehr kalt (deshalb ist der Kurs auch nicht so teuer..."Winterspecial"). das einzig schlechte am Surfkurs ist, dass meine zwei wunderschoenen Hennatatoos (linke Hand und rechtes Bein), die ich mir gezielt am letzten Tag in Singapur hab machen lassen, damit sie moeglichst lange halten, schon total verblichen sind, weil ich die ganze Zeit im Wasser auf dem Board rumhaenge...
In unserem Backpacker Hostel koennen wir kochen, was viel Spass macht, obwohl es mir immer schwer faellt, so hungrig nach den anstrengenden Tagen noch zu warten, bis das Essen fertig ist, wo einem doch vor der Tuer hundert fertige Essen harren...
Auch die Unkompliziertheit einer westlichen Stadt und bekannter Systeme und Sprachen schaetzte ich gerade sehr und die paar Stunden selbstbestimmter Einsamkeit. Es ist echt wichtig, ab und zu ein bisschen allein zu sein, sich nicht immer absprechen zu muessen, einfach das machen, wonach einem gerade ist, gerade wenn es "nichts tun" ist
Ach, so gerne wuerde ich euch noch die Fotos zeigen, aber ich hab es jetzt schon so oft versucht und es hat immer noch nicht funktioniert, leider. aber ich sag euch, das kommt noch! Wenn ihr ganz ungeduldig seid und auch noch einen Bericht aus anderem Blickwinkel sehen wollt, guckt doch mal auf Max' Blog: www.max-reist.blogspot.com
habt es gut!
eure Clara
Sydney erinnert mich vom Stadtbild am ehesten an eine Mischung aus London und Portland, Oregon, falls ich mich noch richtig daran erinnere. zwischen den ganzen neumodischen Gebaeuden, die netterweise groessenteils keine Bausuenden sind, steht immer wieder eine alte Backstein-Kirche, Reihenhaeuser mit aufwendig verschnoerkeltem Gelaender oder ein 4-stoeckiges Einkaufszentrum im feinsten Jugendstil! und dann ist da noch diese komische Gebaeude am Hafen, weiss, mit Zacken, hat irgendwas mit Musik zu tun...
Die Luft ist frisch und mit der Luftfeuchtigkeit schwindet auch meine Braeune schon wieder, wie es scheint. Aus den Tropen in den Fruehling zu reisen fuehlt sich komisch an, auch wenn der Fruehling hier nicht vergleichbar ist mit dem deutschen. die Sonne ist tagsueber extrem stark, gleich am ersten Tag waren wir sogar schon im Meer, wenn auch nicht weit, weil die Wellen so stark sind. Und trotzdem wird es abends und im Schatten erstaunlich kalt. das erste Mal auf der Reise war ich froh ueber warme Duschen.
Vielleicht bekomme ich gerade jetzt heimweh, weil die Menschen euch physisch zumindest so aehnlich sind oder weil es auch von der Umgebung her "Zuhause" sein koennte, es aber einfach nicht ist. Oder weil weibliche Gesellschaft nach einer gewissen Zeit einfach nicht mehr unabdingbar ist, genauso wie eine Umarmung...
2 Tage spaeter sind wir schon fast alles abgelaufen, was es innerhalb des Stadtzentrums so zu sehen gibt und ich geniesse es sehr, in der Frueh alleine mit dem Bus und Musik in den Ohren an den Strand zu fahren, wo ich dann eine meiner 3 Surfstunden nehme, denen ich nicht wiederstehen konnte. Das ganze macht viel Spass, auch wenn ich noch nicht sehr viel stehe, aber immerhin hab ich schon 2 Wellen richtig genommen, was echt ein tolles Gefuehl war. Morgen ist erstmal die letzte Stunde, was auch nicht schlecht ist, denn das Wasser ist sehr kalt (deshalb ist der Kurs auch nicht so teuer..."Winterspecial"). das einzig schlechte am Surfkurs ist, dass meine zwei wunderschoenen Hennatatoos (linke Hand und rechtes Bein), die ich mir gezielt am letzten Tag in Singapur hab machen lassen, damit sie moeglichst lange halten, schon total verblichen sind, weil ich die ganze Zeit im Wasser auf dem Board rumhaenge...
In unserem Backpacker Hostel koennen wir kochen, was viel Spass macht, obwohl es mir immer schwer faellt, so hungrig nach den anstrengenden Tagen noch zu warten, bis das Essen fertig ist, wo einem doch vor der Tuer hundert fertige Essen harren...
Auch die Unkompliziertheit einer westlichen Stadt und bekannter Systeme und Sprachen schaetzte ich gerade sehr und die paar Stunden selbstbestimmter Einsamkeit. Es ist echt wichtig, ab und zu ein bisschen allein zu sein, sich nicht immer absprechen zu muessen, einfach das machen, wonach einem gerade ist, gerade wenn es "nichts tun" ist
Ach, so gerne wuerde ich euch noch die Fotos zeigen, aber ich hab es jetzt schon so oft versucht und es hat immer noch nicht funktioniert, leider. aber ich sag euch, das kommt noch! Wenn ihr ganz ungeduldig seid und auch noch einen Bericht aus anderem Blickwinkel sehen wollt, guckt doch mal auf Max' Blog: www.max-reist.blogspot.com
habt es gut!
eure Clara
15 September 2006
Bangkok 2
Soo, jetzt sind wir schon wieder weiter, bzw zurueck in Singapur, denn von hier geht morgen Abend unser Flug nach Sydney. Wir freuen uns auf bisschen kuehleres Wetter, weil in Bangkok und hier die Schwuele erdrueckend ist und trotz des Regens, den wir gerade und in den letzten Tagen oft hatten, nicht abnimmt. Fruehling schnuppern wird sicher schoen.
Von Bangkok zu erzaehlen, faellt mir schwer. Die Stadt begeistert und ueberfordert anscheinend jeden gleichermassen;
Irgendwie ist es toll und irre gross, der Verkehr scheint ueberall 4-spurig zu sein und es quetschen sich immer noch 3 Tuktuks und 5 Motorraeder durch die Autoluecken durch, ziemlich moerderisch. Alle 3 Meter stehen fahrbare Staende, die entweder 4 verschiedene Nudelarten mit Kohl oder Sujasprossen und Fruehlingsrollen anbieten, oder frisch gegrillte Fleischspiesschen, Pfannkuchen thailaendische Minipfannkuchen, frisch gepressten Orangensaft, Kebap oder auf Eis gelagerte Fruechte: ganze Cocosnuesse, Mango, Bananen, Wassermelonen, Papaya und vor allem die beste Ananas, die ich je gegessen hab, weshalb Ananans zum Hauptnahrungsmittel erklaert wurde (1-3 Stueck pro Tag). Das (Strassen-)Essen werde ich echt vermissen!
Jede 3 Strasse scheint ein Markt zu sein, wo man jegliche Kleidungsstuecke, Taschen aller Art, Groesse, Form und Farbe und wunderbaren Schmuck fuer sehr wenig Geld bekommt. Das Angebot hat mich echt umgehauen, aber es ging schon so weit, dass ich mich "weil alles so guenstig ist" fast dazu verpflichtet gefuehlt hab, sehr viel einzukaufen und unter einen nicht mehr angenehmen Kauf-Druck geraten bin, weshalb ich jetzt auch froh bin, wieder weg zu sein. Das Paket, das ich heim geschickt hab, ist sowieso schon ueberschwer gewesen, dagegen mein Konto sehr erleichtert...
Anstrengend an Bangkok sind noch die Taxi- und Tuktukfahrer, die einen die ganze Zeit irgendwo hinfahren wollen. Komisch war, dass uns einer fuer wenig Geld zu verschiedenen Tempeln fahren wollte, er uns aber zwischendurch zu einem Juwelier und einem Schneider gefahren hat, bei denen wir natuerlich nichts gekauft haben und er dann, als wir aus einem Tempel wieder rauskamen, ploetzlich weg war, ohne dass wir gezahlt haetten. Wir vermuten, dass er vielleicht Provision bei den Laeden bekommen haette, und er deshalb so wenig Geld fuer die Fahrt wollte...aber sicher sind wir uns nicht. Spaeter sind wir nochmal Tuktuk gefahren, als wir vollbepackt und voellig erschoepft aus dem Wochenendmarkt rauskamen und der junge Fahrer sah Leonardo Dicaprio unglaublich aehnlich, nur eben auf Thai, was der rasanten Fahrt ihren Schrecken ein wenig genommen hat.
Einen Tagesausflug haben wir nach Ayutthaya unternommen, einer Stadt 70 km noerdlich von Bangkok, die mehr als 400 Jahre die Residenzstadt der Koenige und damit die Hauptstadt war, bevor es Bangkok wurde, als die Burmesen sie nach mehrmaligen Misslingen doch erobert und fast ganz zerstoeren konnten. Wir haben viele Ruinen und ein paar intakte Tempel besichtigt, was sehr interessant war; man ahnt, wie riesig und schoen es mal gewesen sein muss und wir haben uns an Mexico erinnert gefuehlt, weil viele Anlagen pyramidenmaessig zugespitzt waren und wir auf manche hochsteigen konnten...wir damals, als ich Max in Mexico besuchte...
Nett waren auch die Japaner, die wir getroffen haben; wir fuehlen uns echt verbunden mit ihnen seit unserem Aufenthalt in Japan und schaetzen ihre Liebenswuerdigkeit und ihren Humor sehr!
Auch in Bangkok haben wir uns einige Tempel angesehen, die sehr schoen waren; es ist immer wieder erstaunlich, wie viel Arbeit und Geld die Menschen in ihre Heiligtuemer stecken; unglaublich filigrane Arbeiten aus Gold und Perlmutt und Porzelan und Steinen und Muscheln und Bemalungen haben wir gesehen und auch den beruehmtesten liegenden Buddha inmitten der groessten Buddhasammlung der Welt.
Die typische Thaimassage konnten wir uns aus Neugier nicht entgehen lassen, aber ganz ueberzeugt waren wir leider nicht. Vorher hatten wir gehoert, dass sie schmerzhaft sein kann, was sie auch manchmal ein bisschen war, aber wir neu geboren hab ich mich danach nicht gefuehlt, was ich irgendwie erwartet hatte...und meine 3 Kilo, die ich auf der Reise schon zugenommen hab, sind auf wunderliche Weise auch immer noch da!
Sehr genossen haben wir, dass uns die Schweizer Carole und Stephan nach Bangkok gefolgt sind, die wir ja schon in Malaysia kennengelernt und mit denen wir uns auf Ko Tao verabredet hatten, um die Insel und abgelegenen Straende mit gemieteten Mopeds unsicher zu machen.
Auch hier haben wir alles gemeinsam gemacht und als das Shoppen den Jungs zu sehr auf die Nerven ging, haben wir uns fuer 2 Stunden getrennt und sie sind einmal durchs Rotlicht-Viertel gelaufen und konnten alle Angebote, sich "Pussy-Pingpong" anzusehen, ausschlagen durch die Anwendung verschiedenster Abwehrtechniken, zum Beispiel "What's pussy???"...
Dass die Welt ein Nest und Bangkok einer DER Treffpunkte fuer Traveller ist, erkennt man nicht nur an der Anzahl an Westlern und Japanern, denen man begegnet, und den ganzen auf Touris ausgerichteten Lokalen, sondern auch wenn man einer Freundin aus Muenchen einfach in einem Geschaeft begegnet, was mir tatsaechlich passiert ist. War schon schoen, ein bekanntes Gesicht zu sehen und ueber Muenchen zu reden, denn grad in mueden Momenten, vermiss ich euch und "Zuhause" sehr und ich denke wahrscheinlich wesentlich mehr an euch, als ihr ahnt. Auch, dass in Bayern die Schueler wieder auf ihren Stuehlen sitzen und ich nicht mehr dabei bin, ist ein komisches Gefuehl; nicht einmal nur ein gutes.
So, dann lass ich das mal genug sein und geb mir Muehe mit ein paar Fotos.
Macht's gut
Clara
Von Bangkok zu erzaehlen, faellt mir schwer. Die Stadt begeistert und ueberfordert anscheinend jeden gleichermassen;
Irgendwie ist es toll und irre gross, der Verkehr scheint ueberall 4-spurig zu sein und es quetschen sich immer noch 3 Tuktuks und 5 Motorraeder durch die Autoluecken durch, ziemlich moerderisch. Alle 3 Meter stehen fahrbare Staende, die entweder 4 verschiedene Nudelarten mit Kohl oder Sujasprossen und Fruehlingsrollen anbieten, oder frisch gegrillte Fleischspiesschen, Pfannkuchen thailaendische Minipfannkuchen, frisch gepressten Orangensaft, Kebap oder auf Eis gelagerte Fruechte: ganze Cocosnuesse, Mango, Bananen, Wassermelonen, Papaya und vor allem die beste Ananas, die ich je gegessen hab, weshalb Ananans zum Hauptnahrungsmittel erklaert wurde (1-3 Stueck pro Tag). Das (Strassen-)Essen werde ich echt vermissen!
Jede 3 Strasse scheint ein Markt zu sein, wo man jegliche Kleidungsstuecke, Taschen aller Art, Groesse, Form und Farbe und wunderbaren Schmuck fuer sehr wenig Geld bekommt. Das Angebot hat mich echt umgehauen, aber es ging schon so weit, dass ich mich "weil alles so guenstig ist" fast dazu verpflichtet gefuehlt hab, sehr viel einzukaufen und unter einen nicht mehr angenehmen Kauf-Druck geraten bin, weshalb ich jetzt auch froh bin, wieder weg zu sein. Das Paket, das ich heim geschickt hab, ist sowieso schon ueberschwer gewesen, dagegen mein Konto sehr erleichtert...
Anstrengend an Bangkok sind noch die Taxi- und Tuktukfahrer, die einen die ganze Zeit irgendwo hinfahren wollen. Komisch war, dass uns einer fuer wenig Geld zu verschiedenen Tempeln fahren wollte, er uns aber zwischendurch zu einem Juwelier und einem Schneider gefahren hat, bei denen wir natuerlich nichts gekauft haben und er dann, als wir aus einem Tempel wieder rauskamen, ploetzlich weg war, ohne dass wir gezahlt haetten. Wir vermuten, dass er vielleicht Provision bei den Laeden bekommen haette, und er deshalb so wenig Geld fuer die Fahrt wollte...aber sicher sind wir uns nicht. Spaeter sind wir nochmal Tuktuk gefahren, als wir vollbepackt und voellig erschoepft aus dem Wochenendmarkt rauskamen und der junge Fahrer sah Leonardo Dicaprio unglaublich aehnlich, nur eben auf Thai, was der rasanten Fahrt ihren Schrecken ein wenig genommen hat.
Einen Tagesausflug haben wir nach Ayutthaya unternommen, einer Stadt 70 km noerdlich von Bangkok, die mehr als 400 Jahre die Residenzstadt der Koenige und damit die Hauptstadt war, bevor es Bangkok wurde, als die Burmesen sie nach mehrmaligen Misslingen doch erobert und fast ganz zerstoeren konnten. Wir haben viele Ruinen und ein paar intakte Tempel besichtigt, was sehr interessant war; man ahnt, wie riesig und schoen es mal gewesen sein muss und wir haben uns an Mexico erinnert gefuehlt, weil viele Anlagen pyramidenmaessig zugespitzt waren und wir auf manche hochsteigen konnten...wir damals, als ich Max in Mexico besuchte...
Nett waren auch die Japaner, die wir getroffen haben; wir fuehlen uns echt verbunden mit ihnen seit unserem Aufenthalt in Japan und schaetzen ihre Liebenswuerdigkeit und ihren Humor sehr!
Auch in Bangkok haben wir uns einige Tempel angesehen, die sehr schoen waren; es ist immer wieder erstaunlich, wie viel Arbeit und Geld die Menschen in ihre Heiligtuemer stecken; unglaublich filigrane Arbeiten aus Gold und Perlmutt und Porzelan und Steinen und Muscheln und Bemalungen haben wir gesehen und auch den beruehmtesten liegenden Buddha inmitten der groessten Buddhasammlung der Welt.
Die typische Thaimassage konnten wir uns aus Neugier nicht entgehen lassen, aber ganz ueberzeugt waren wir leider nicht. Vorher hatten wir gehoert, dass sie schmerzhaft sein kann, was sie auch manchmal ein bisschen war, aber wir neu geboren hab ich mich danach nicht gefuehlt, was ich irgendwie erwartet hatte...und meine 3 Kilo, die ich auf der Reise schon zugenommen hab, sind auf wunderliche Weise auch immer noch da!
Sehr genossen haben wir, dass uns die Schweizer Carole und Stephan nach Bangkok gefolgt sind, die wir ja schon in Malaysia kennengelernt und mit denen wir uns auf Ko Tao verabredet hatten, um die Insel und abgelegenen Straende mit gemieteten Mopeds unsicher zu machen.
Auch hier haben wir alles gemeinsam gemacht und als das Shoppen den Jungs zu sehr auf die Nerven ging, haben wir uns fuer 2 Stunden getrennt und sie sind einmal durchs Rotlicht-Viertel gelaufen und konnten alle Angebote, sich "Pussy-Pingpong" anzusehen, ausschlagen durch die Anwendung verschiedenster Abwehrtechniken, zum Beispiel "What's pussy???"...
Dass die Welt ein Nest und Bangkok einer DER Treffpunkte fuer Traveller ist, erkennt man nicht nur an der Anzahl an Westlern und Japanern, denen man begegnet, und den ganzen auf Touris ausgerichteten Lokalen, sondern auch wenn man einer Freundin aus Muenchen einfach in einem Geschaeft begegnet, was mir tatsaechlich passiert ist. War schon schoen, ein bekanntes Gesicht zu sehen und ueber Muenchen zu reden, denn grad in mueden Momenten, vermiss ich euch und "Zuhause" sehr und ich denke wahrscheinlich wesentlich mehr an euch, als ihr ahnt. Auch, dass in Bayern die Schueler wieder auf ihren Stuehlen sitzen und ich nicht mehr dabei bin, ist ein komisches Gefuehl; nicht einmal nur ein gutes.
So, dann lass ich das mal genug sein und geb mir Muehe mit ein paar Fotos.
Macht's gut
Clara
10 September 2006
Bangkok ist gigantisch
Heute ist Weihnachten.
Wir haben ein Doppelbett, das bedeckt ist mit frisch erstandenen Sachen, denn heute war nicht nur der buddhistische Feiertag des Gluecks, sondern auch Wochenend-Markt. Ich habe hier an einem Tag soviel gekauft wie in meinem ganzen Leben noch nicht in 6 Monaten. Die Auswahl (an Travellern uebrigens auch) ist einfach unglaublich.
Also freut euch auf eine orientalische Clara, wenn ich wieder zurueck bin!
Ach, und nehmt nie den Nachtzug von Chumpon nach Bangkok, zumindest keine Sitzplaetze zweiter Klasse, denn es ist schrecklich.
Aber die Insel Ko Tao ist herrlich, wenn man ein ruhiges Plaetzchen findet, auch bei Vollmond, selbst wenn auf der Nachbarinsel die groesste Strandparty der Welt stattfindet. Der Max zum Beispiel gibt sich dann einfach mit dem Stephan auf Ko Tao die Kante und alle haben mindestens genauso viel Spass wie die Mondsuechtigen gegenueber. Vor allem am Morgen danach...
Sehr lustig war noch, dass wir uns zu viert 2 Mopeds geliehen haben und zu den einsameren Straenden ueber die abendteuerlichsten Strassen geduest sind.
Ausserdem war ja Max' Geburtstag...leider ist er nicht sehr feierlich ausgefallen, weil wir uns am Abend vorher schon mit dem starken malaysischen Bier betrunken haben und dann mit mehr oder weniger starkem Kater die Reise nach Krabi angetreten sind. Aber zumindest eine bunte, nicht gutschmeckende Miniatur-Torte konnte ich zum Fruehstueck besorgen. Als die 20 kleinen Kerzen drauf waren, sah man fast keinen Kuchen mehr und hatte das Gefuehl, dass sie schon komplett in Feuer aufgegagen ist...
Aber fuer heute ist die Message Bangkok mit Tucktucks und Maerkten rocks, nur muesste die Schrift noch paillettenbesetzt oder zumindest mit ein paar Goldfaeden durchzogen sein.
Hab Hoffnung auf Fotos...mal gucken!
Und falls ihr euch wundert: mir wurde gesteckt, meine Blogeintraege seien zu lang. Stimmt schon, aber mir dient es ehrlich gesagt auch ein bisschen als Tagebuch. Vielleicht wird es mit Bildern wieder kuerzer oder spannender oder auch nicht...
Alles Liebe von der kaufberauschten Clara
PS: hab auch die Farben hier grad entdeckt, falls ihr es noch nicht gemerkt habt...
Wir haben ein Doppelbett, das bedeckt ist mit frisch erstandenen Sachen, denn heute war nicht nur der buddhistische Feiertag des Gluecks, sondern auch Wochenend-Markt. Ich habe hier an einem Tag soviel gekauft wie in meinem ganzen Leben noch nicht in 6 Monaten. Die Auswahl (an Travellern uebrigens auch) ist einfach unglaublich.
Also freut euch auf eine orientalische Clara, wenn ich wieder zurueck bin!
Ach, und nehmt nie den Nachtzug von Chumpon nach Bangkok, zumindest keine Sitzplaetze zweiter Klasse, denn es ist schrecklich.
Aber die Insel Ko Tao ist herrlich, wenn man ein ruhiges Plaetzchen findet, auch bei Vollmond, selbst wenn auf der Nachbarinsel die groesste Strandparty der Welt stattfindet. Der Max zum Beispiel gibt sich dann einfach mit dem Stephan auf Ko Tao die Kante und alle haben mindestens genauso viel Spass wie die Mondsuechtigen gegenueber. Vor allem am Morgen danach...
Sehr lustig war noch, dass wir uns zu viert 2 Mopeds geliehen haben und zu den einsameren Straenden ueber die abendteuerlichsten Strassen geduest sind.
Ausserdem war ja Max' Geburtstag...leider ist er nicht sehr feierlich ausgefallen, weil wir uns am Abend vorher schon mit dem starken malaysischen Bier betrunken haben und dann mit mehr oder weniger starkem Kater die Reise nach Krabi angetreten sind. Aber zumindest eine bunte, nicht gutschmeckende Miniatur-Torte konnte ich zum Fruehstueck besorgen. Als die 20 kleinen Kerzen drauf waren, sah man fast keinen Kuchen mehr und hatte das Gefuehl, dass sie schon komplett in Feuer aufgegagen ist...
Aber fuer heute ist die Message Bangkok mit Tucktucks und Maerkten rocks, nur muesste die Schrift noch paillettenbesetzt oder zumindest mit ein paar Goldfaeden durchzogen sein.
Hab Hoffnung auf Fotos...mal gucken!
Und falls ihr euch wundert: mir wurde gesteckt, meine Blogeintraege seien zu lang. Stimmt schon, aber mir dient es ehrlich gesagt auch ein bisschen als Tagebuch. Vielleicht wird es mit Bildern wieder kuerzer oder spannender oder auch nicht...
Alles Liebe von der kaufberauschten Clara
PS: hab auch die Farben hier grad entdeckt, falls ihr es noch nicht gemerkt habt...
04 September 2006
Die Zugfahrt
Im ununterbrochen hupenden Zug gefahren. Nix passiert. Nur gegessen, eng gesessen, gelesen: begeistert vom Thailand-Fuehrer, absorbiert vom Roman, der in Deutschland und Italien spielt, mit schlechtem Gewissen. Bananenstauden draussen, braune Fluesse und selbstgezimmerte Huetten, Maerkte auf Lehm, alles nur aus dem Augenwinkel. Licht und Wolken (-spiele) an 2 Enden des Horizonts.
Ploetzlich kuehlere Luft, nasser Teer vor den Fenstern, bisschen Einsamkeit hier drinnen.
Der Zug hupt, eine Kuh steht an der Leine im Garten, Kampfhunde mit zerbissenem Fussball auf provisorischem Sportplatz.
Ziehen im Bauch; Hunger?
Hat Yai, Thailand!
Ploetzlich kuehlere Luft, nasser Teer vor den Fenstern, bisschen Einsamkeit hier drinnen.
Der Zug hupt, eine Kuh steht an der Leine im Garten, Kampfhunde mit zerbissenem Fussball auf provisorischem Sportplatz.
Ziehen im Bauch; Hunger?
Hat Yai, Thailand!
01 September 2006
Malaysia: von KL nach Peneng
Malaysia ist uns, das muss ich leider sagen, immer noch fremd. das heisst nicht, dass es nicht interessant ist, ganz im Gegenteil; es scheint so vielschichtig und facettenreich, das wir nie ganz bis zum Boden eintauchen koennen, wenn es tatsaechlich um "die Kultur" geht, vielleicht auch einfach weil sie als solche Einheit gar nicht existiert...
es gibt hier so viele Ethnien (Malaien, Chinesen und Inder, mittlerweile auch immer mehr Pakistani und Nepalesen) und damit so viele verschiedene Reliegionen (Hinduismus, Taoismus Islam, Sikhs, Christentum und Buddhismus), die mit- aber auch viel nebeneinander leben. Wie ganz selbstverstaendlich (schoen waer's, wenn uns das nicht als Widerspruch erscheinen wuerde) liegen hier immer die Moscheen, die buddhistischen (verschiedene Arten!) und indischen Tempel neben einander, manchmal steht auch noch eine Kirche daneben, und die meisten Leute, mit denen wir in Kontakt kommen, koennen Englisch, Malay, und dann entweder mindestens 2 (bis zu 5) chinesische Dialekte oder indisch dazu. das heisst, wenn wir wieder mal nach dem Weg fragen, koennen wir uns nie sicher sein, in welcher Sprache es eigentlich angebracht waere und wir koennen auch nicht, so wie in Japan, bestimmte Floskeln auswendig lernen und diese frohgemut immer anbringen, weil unser Gegenueber sie nicht unbedingt verstehen muss. Diese vielen verschiedenen Kulturen machen das Essen umso abwechslungsreicher, was wir natuerlich sehr geniessen.
Ausserdem scheinen die hier fast alle Landschaftsformen zu haben: von der Gross- und Hauptstadt KL sind wir ja erstmal in den Dschungel, der meinen Vorstellungen vom Amazonas sehr aendelte, danach waren wir auf den paradiesischen (Inseln) Pulau Perhentian (wo uebrigens auch der Film "The Beach" gedreht wurde) und anschliessend sassen wir bei ca 10 Grad und einem "cup of tea" im landwirschafltichen Zentrum Malaysias namens "Cameron Highlands", wo so gut wie jede Frucht und jedes Gemuese, das es in Malaysia und Singapur zu kaufen gibt, wuchs. Dort haben wir eine Teefabrik besichtigen koennen und kraeftig Tee eingekauft und waren im Anschluss nochmal im Urwald spazieren, allerdings in einem viel kaelteren und feuchteren, in dem uns dann noch einmal der Regen den Regenwaldes ueberraschte; aber hier gibt es zum Glueck auch wieder warme Duschen...
Aber jetzt zurueck zum ersten Dschungel (welcher uebrigens der aelteste der Welt ist, weil er angeblich noch nie zerstoert wurde, nicht einmal von der Eiszeit soll er Schaden genommen haben... ), dem Taman Negara Nationalpark. In dem Touri-Dorf nach einer wunderbar entspannenden Fahrt auf einem dieser lehmfarbenen Fluesse angekommen, entschlossen wir uns kurzerhand am naechsten Tag einen 3-Tage, 2-Naechte-Tour durch den Urwald mit Fueher mitzumachen.
Die erste Nacht in der unvorstellbar gigantisch grossen Hoehle unversehrt ueberstanden; den Affenschreien in unserer Hoehle gelauscht, wunderbare, riesige Elefantenkacke en masse gesehen und sogar einen Tiger-Fussabdruck! ja, ihr duerft beeindruckt sein! Viele Voegel gehoert, einen grossen gesehen und von Ferne auch einen Kakadu-Verwandten. An Lianen haben wir uns gehaengt und ich bin auf einem Baumstamm ueber eine "Schlucht" balanchiert. ausserdem bin ich fast gestorben vom Geruch in der "Hoehle der 1000 Fledermaeuse" und ein Blutegel hat auch seine Spuren an meinem Arm hinterlassen. die groesste Herausforderung war allerdings der Geruch, den die 5 Jungs, die mit mir waren, ausgestroemt haben. 2 aus Hollland (neue Rechtschreibung?), einer aus England, unser Guide und natuerlich Max. Gerueche jedoch alle relativ aehnlich...
Nach dem zweiten Tag Marsch durch den Dschungel, hatten wir es uns gerade neben unserem Lagerfeuer im Sand neben dem Fluss gemuetlich gemacht, als es leise zu troepfeln anfing...gerade langsam genug, sodass wir noch die "Huette" im Dorf der "local people" namens Orang Asli erreichen konnten, wo wir schlafen sollten. von drinnen konnte man zuhoeren, wie es immer lauter, die Tropfen immer heftiger prasselten und doch bin ich bald eingeschlafen, um mitten in der Nacht von Wasser auf mir geweckt zu werden, weil das Dach dem Regen nicht standhalten konnte...es waren Unmengen von Wasser, und am Morgen fand man dementsprechende Spuren auch draussen: ein ca 50 cm tiefer Graben hatte sich in den Sandberg hineingefraest und ein wenig unterhalb am Strand stand eine von den Huetten, relativ platt und verlassen, nur auf einer gespannten Schnur daneben hingen verschiedene Tuecher und Stoffe zum Trocknen. wir hatten natuerlich auch nichts trockenes mehr, nur das mehr oder weniger feuchte, was wir beim schlafen (und meist auch die letzten 2 tage) anhatten; feucht, wohl vom Flusswasser, das am Tag zuvor bei der rasanten Fahrt ueber den Strom zu uns ins Boot spritzte und noch nicht wieder richtig getrocknet war, oder vom eigentlich permanent anwesenden Schweiss, der ber der Feuchtigkeit hier einfach unvermeidbar ist.
Am morgen wurde uns dann gezeigt, wie die Einheimischen ihre Blasrohre benutzen und mit Ratan (oder heisst es Rotan?) und anderem Holz ein Feuer entfachen. Wir durften auch mal probieren und Feuer haben wir vereint sogar hinbekommen, aber fast keiner hat das Ziel, das ca 25 m entfernt war, mit den kleinen Pfeilen getroffen. Zwei der Jungs haben Blosrohre gekauft, waehrend man mir ein ca 1-jaehriges Kind auf den Arm setzte. Sie kaute an einer dieser asiatischen Instantnudeln (allerdeings roh) und war erst ein bisschen eingeschuechtert, dann guckte sie uns interessierter an. was ich nicht ganz verstanden habe, war, dass die Leute so dunkel waren und eigentlich auch Haare hatten, die wir als "afro" bezeichnen wuerden. also wenn ich ein Bild gesehen haette, ich haette geschworen, es seien Afrikaner, auch wegen der lustigen Tonsuren... (gerade bei Wikipedia nachgeguckt, aber es war auch nicht sehr aufschlussreich: sie seien nachgewandert, was auch immer das heisst!)
Ach, und weggelaufen sind mir die fuenf Jungs im Regenwald immer fast, sodass ich das Dschungel-Pflanzen-Chaos insgesamt leider nicht so richtig betrachten konnte. Aber eine super Tour war es trotzdem und ich war eigentlich ein bisschen enttaeuscht, danach wieder im "touristischeren Nest" zu sitzen, welches immer noch 2 Stunden im Bus bzw 3 im Boot vom naechsten richtigen Dorf entfernt ist...
Am Tag nach der Rueckkehr aus dem Wald sind wir dann los zu den Perhentian Islands, allerdings hatte ich Durchfall, endlich. Ich fand es echt lustig, eigentlich; es war, als haette ich die ganze Zeit darauf gewartet und ich war fast stolz auf ihn, weil ich es als Initiation sehen konnte; ich meine, was ist eine Weltreise ohne Durchfall? Nach Einnahme von Medizin war es auch nicht mehr schlimm, aber die Fahrt mit dem Bus durch den Regenwald war alles andere als lustig, aufgrund der sogenannten Strassen und dem Fahrtempo. Irgendwann wurden wir vom grossen klapprigen Bus umgeladen in Minivans, was den Fahrtkomfort auch nicht besser machte, ganz im Gegenteil. Ich war immer im Zwiespalt, ob ich beten sollte, dass wir bald ankaemen, oder ob ich den Fahrer anschreien sollte, nicht so moerderisch zu fahren, damit sich die Chance, dass wir lebend an der Kueste ankommen, erhoehe. nicht nur unser Fahrer, sondern anscheinend fast alle Malaysier scheint es nicht zu stoeren, wenn Autos entgegenkommen, wenn man ueberholen will (von Motorraeder ganz zu Schweigen), sodass man permanent zu viert neben einander auf eigentlich nur 2 Spuren faehrt...ich bin woertlich Tausend Tode gestorben!
abgesehen von diesem Unbehagen, vielleicht gleich zu sterben, gefiel mir die Fahrt nicht so gut, weil ich mir wie in einem glaesernen Kuehlschrank auf Raedern vorkam, denn von der Kultur selbst haben wir praktisch gar nichts mitbekommen. nur ab und zu arabische Schilder am Strassenrand, goldene Turmspitzen irgendwo hervorblitzen (vielleicht waren die Minituerme, von denen immer 2 im gleichen Abstand aus dem Gras guckten, Friedhoefe...?), verschleierte Frauen, freilaufende Kuehe, Schafe und Ziegen und tropische Landschaft wie in Honduras, mit aehnlichen Holzbaraken am Strassenrand, nur dass die hier noch besser aussehen und die Strassengraeben nicht mit Muell gefuellt sind.
Aber da waeren wir wieder bei meinem absurden (wahrscheinlich gar nicht so erstrebenswerten) Anspruch, die Kultur annaehernd erfassen, tatsaechlich kennenlernen zu wollen. Hm.
die Inseln waren ein Traum. wir haben mithilfe unseres "einsamen Planeten" eine Bucht gefunden, die nur ein einziges "Hotel" mit angegliedertem Restaurant und dementsprechend wenig Touristen bietet. Die Ruhe war ein Traum und dort konnte ich meine kurzzeitige, erhoehte Temperatur einfach weglesen und wegliegen und in den folgenden Tagen mit unseren neu gefundenen, im Tierreich bewanderten schweizer Freunden die Korallen unsicher-schnorcheln. Die Haie, die sie in den vorhergehenden Tagen gesehen hatten, konnten wir nicht mehr sichten, aber Tausende andere Fische in allen (un-)vorstellbaren Farben und Formen (sogar ganz viele "Nemos" haben wir gesehen, fuer die die wissen, wer das ist) und tolle Korallen und Muscheln. Am Strand konnte ich die Haende nicht vom Boden lassen uns hab sicher ueber 2 kg Strandgut gesammelt, das ich vor der Abfahrt allerdings nochmal sortiert hab, denn ich muss es ja tragen! Alles in allem sehr schoene Tage und trotzdem war es Zeit, wieder zu gehen.
Jetzt sind wir in Peneng, auch genannt Georgetown und wohnen wieder bei einer Familie; ihr juengerer Sohn Edeson ist gerade mit AFS in Deutschland (wodurch ich auch die Adresse bekommen habe) und sucht gerade eine Gastfamilie, weil er von Schweiganger aus, wo er gerade wohnt, eine Stunde zur Schule fahren muss, und er sich, weil sein Gastbruder gerade mit AFS in die USA losgezogen ist, dort ziemlich einsam fuehlt...nur so, falls jemand Interesse hat, einen sehr netten und lustigen Malaysier bei sich aufzunehmen; es waere nur noch bis Januar und er wuenscht sich ein bisschen familiaere Waerme und die Moeglichkeit, sich selbststaendig zu bewegen.
Die Grossstadt verlor ihren Reiz sehr bald. Im Bus mit den ganzen Einheimischen hat es uns noch gefallen; wir fuehlten uns wieder ein bisschen wie in unserem "Amerika", aber nachdem wir ein bisschen rumgelaufen sind und uns die "main attractions" angesehen haben, wollen wir schon fast wieder raus aus den Menschenansammlungen.
Heute konnten wir zum Glueck ein bisschen aus dem Stadtkern fuechten und besichtigten eine "Butterfly Farm" (die irgendwie unter der Leitung unseres Hostpapas steht), was sehr farbenfroh und flattrig war und danach nahmen wir an einer Tour durch den "Tropical Fruit Garden" teil, was echt interessant und anschliessend vor allem lecker war, weil wir so viele Fruechte essen durften, soviel wir wollten (wir wollten natuerlich soviel, dass wir jetzt noch Bauchschmerzen haben...). Es gibt so viel Obst, von dem wir noch nie gehoert hatten und das sehr schmackhaft ist; am besten war trotzdem noch die Ananas, ihr glaubt gar nicht, was es da fuer Unterschiede gibt!
Morgen wollen wir noch 2 angeblich sehr schoene Tempel sehen und dann los gen Norden.
Unser Weg nach Thailand gestalltet sich als nicht so einfach, weil im Sueden Thailands, durch den wir zwangslaeufig durch muessen, wieder mal Unruhen herrschen (extreme Muslimen verlangen einen von Thailand unabhaengigen Staat) und ausserdem scheint die Regenzeit bzw der Monsun die Insel Ko Phi Phi ungastlich zu machen. Vielleicht muessen wir deshalb auf diese verzichten und zoegen dann am Sonntag direkt zu unseren Schweizerfreunden auf Ko Tao, eine Insel im Osten von Thailand, suedlich von Bangkok, aber das erfahrt ihr dann alles nachher!
Dass es wieder keine Fotos gibt, tut mir sehr Leid, aber in den Internetcafes gestalltet sich das nicht immer einfach (insbesondere, wenn man die CDs und Kabel gerade nicht bei sich hat...)
Macht es gut und euch keine Sorgen!
Clara
es gibt hier so viele Ethnien (Malaien, Chinesen und Inder, mittlerweile auch immer mehr Pakistani und Nepalesen) und damit so viele verschiedene Reliegionen (Hinduismus, Taoismus Islam, Sikhs, Christentum und Buddhismus), die mit- aber auch viel nebeneinander leben. Wie ganz selbstverstaendlich (schoen waer's, wenn uns das nicht als Widerspruch erscheinen wuerde) liegen hier immer die Moscheen, die buddhistischen (verschiedene Arten!) und indischen Tempel neben einander, manchmal steht auch noch eine Kirche daneben, und die meisten Leute, mit denen wir in Kontakt kommen, koennen Englisch, Malay, und dann entweder mindestens 2 (bis zu 5) chinesische Dialekte oder indisch dazu. das heisst, wenn wir wieder mal nach dem Weg fragen, koennen wir uns nie sicher sein, in welcher Sprache es eigentlich angebracht waere und wir koennen auch nicht, so wie in Japan, bestimmte Floskeln auswendig lernen und diese frohgemut immer anbringen, weil unser Gegenueber sie nicht unbedingt verstehen muss. Diese vielen verschiedenen Kulturen machen das Essen umso abwechslungsreicher, was wir natuerlich sehr geniessen.
Ausserdem scheinen die hier fast alle Landschaftsformen zu haben: von der Gross- und Hauptstadt KL sind wir ja erstmal in den Dschungel, der meinen Vorstellungen vom Amazonas sehr aendelte, danach waren wir auf den paradiesischen (Inseln) Pulau Perhentian (wo uebrigens auch der Film "The Beach" gedreht wurde) und anschliessend sassen wir bei ca 10 Grad und einem "cup of tea" im landwirschafltichen Zentrum Malaysias namens "Cameron Highlands", wo so gut wie jede Frucht und jedes Gemuese, das es in Malaysia und Singapur zu kaufen gibt, wuchs. Dort haben wir eine Teefabrik besichtigen koennen und kraeftig Tee eingekauft und waren im Anschluss nochmal im Urwald spazieren, allerdings in einem viel kaelteren und feuchteren, in dem uns dann noch einmal der Regen den Regenwaldes ueberraschte; aber hier gibt es zum Glueck auch wieder warme Duschen...
Aber jetzt zurueck zum ersten Dschungel (welcher uebrigens der aelteste der Welt ist, weil er angeblich noch nie zerstoert wurde, nicht einmal von der Eiszeit soll er Schaden genommen haben... ), dem Taman Negara Nationalpark. In dem Touri-Dorf nach einer wunderbar entspannenden Fahrt auf einem dieser lehmfarbenen Fluesse angekommen, entschlossen wir uns kurzerhand am naechsten Tag einen 3-Tage, 2-Naechte-Tour durch den Urwald mit Fueher mitzumachen.
Die erste Nacht in der unvorstellbar gigantisch grossen Hoehle unversehrt ueberstanden; den Affenschreien in unserer Hoehle gelauscht, wunderbare, riesige Elefantenkacke en masse gesehen und sogar einen Tiger-Fussabdruck! ja, ihr duerft beeindruckt sein! Viele Voegel gehoert, einen grossen gesehen und von Ferne auch einen Kakadu-Verwandten. An Lianen haben wir uns gehaengt und ich bin auf einem Baumstamm ueber eine "Schlucht" balanchiert. ausserdem bin ich fast gestorben vom Geruch in der "Hoehle der 1000 Fledermaeuse" und ein Blutegel hat auch seine Spuren an meinem Arm hinterlassen. die groesste Herausforderung war allerdings der Geruch, den die 5 Jungs, die mit mir waren, ausgestroemt haben. 2 aus Hollland (neue Rechtschreibung?), einer aus England, unser Guide und natuerlich Max. Gerueche jedoch alle relativ aehnlich...
Nach dem zweiten Tag Marsch durch den Dschungel, hatten wir es uns gerade neben unserem Lagerfeuer im Sand neben dem Fluss gemuetlich gemacht, als es leise zu troepfeln anfing...gerade langsam genug, sodass wir noch die "Huette" im Dorf der "local people" namens Orang Asli erreichen konnten, wo wir schlafen sollten. von drinnen konnte man zuhoeren, wie es immer lauter, die Tropfen immer heftiger prasselten und doch bin ich bald eingeschlafen, um mitten in der Nacht von Wasser auf mir geweckt zu werden, weil das Dach dem Regen nicht standhalten konnte...es waren Unmengen von Wasser, und am Morgen fand man dementsprechende Spuren auch draussen: ein ca 50 cm tiefer Graben hatte sich in den Sandberg hineingefraest und ein wenig unterhalb am Strand stand eine von den Huetten, relativ platt und verlassen, nur auf einer gespannten Schnur daneben hingen verschiedene Tuecher und Stoffe zum Trocknen. wir hatten natuerlich auch nichts trockenes mehr, nur das mehr oder weniger feuchte, was wir beim schlafen (und meist auch die letzten 2 tage) anhatten; feucht, wohl vom Flusswasser, das am Tag zuvor bei der rasanten Fahrt ueber den Strom zu uns ins Boot spritzte und noch nicht wieder richtig getrocknet war, oder vom eigentlich permanent anwesenden Schweiss, der ber der Feuchtigkeit hier einfach unvermeidbar ist.
Am morgen wurde uns dann gezeigt, wie die Einheimischen ihre Blasrohre benutzen und mit Ratan (oder heisst es Rotan?) und anderem Holz ein Feuer entfachen. Wir durften auch mal probieren und Feuer haben wir vereint sogar hinbekommen, aber fast keiner hat das Ziel, das ca 25 m entfernt war, mit den kleinen Pfeilen getroffen. Zwei der Jungs haben Blosrohre gekauft, waehrend man mir ein ca 1-jaehriges Kind auf den Arm setzte. Sie kaute an einer dieser asiatischen Instantnudeln (allerdeings roh) und war erst ein bisschen eingeschuechtert, dann guckte sie uns interessierter an. was ich nicht ganz verstanden habe, war, dass die Leute so dunkel waren und eigentlich auch Haare hatten, die wir als "afro" bezeichnen wuerden. also wenn ich ein Bild gesehen haette, ich haette geschworen, es seien Afrikaner, auch wegen der lustigen Tonsuren... (gerade bei Wikipedia nachgeguckt, aber es war auch nicht sehr aufschlussreich: sie seien nachgewandert, was auch immer das heisst!)
Ach, und weggelaufen sind mir die fuenf Jungs im Regenwald immer fast, sodass ich das Dschungel-Pflanzen-Chaos insgesamt leider nicht so richtig betrachten konnte. Aber eine super Tour war es trotzdem und ich war eigentlich ein bisschen enttaeuscht, danach wieder im "touristischeren Nest" zu sitzen, welches immer noch 2 Stunden im Bus bzw 3 im Boot vom naechsten richtigen Dorf entfernt ist...
Am Tag nach der Rueckkehr aus dem Wald sind wir dann los zu den Perhentian Islands, allerdings hatte ich Durchfall, endlich. Ich fand es echt lustig, eigentlich; es war, als haette ich die ganze Zeit darauf gewartet und ich war fast stolz auf ihn, weil ich es als Initiation sehen konnte; ich meine, was ist eine Weltreise ohne Durchfall? Nach Einnahme von Medizin war es auch nicht mehr schlimm, aber die Fahrt mit dem Bus durch den Regenwald war alles andere als lustig, aufgrund der sogenannten Strassen und dem Fahrtempo. Irgendwann wurden wir vom grossen klapprigen Bus umgeladen in Minivans, was den Fahrtkomfort auch nicht besser machte, ganz im Gegenteil. Ich war immer im Zwiespalt, ob ich beten sollte, dass wir bald ankaemen, oder ob ich den Fahrer anschreien sollte, nicht so moerderisch zu fahren, damit sich die Chance, dass wir lebend an der Kueste ankommen, erhoehe. nicht nur unser Fahrer, sondern anscheinend fast alle Malaysier scheint es nicht zu stoeren, wenn Autos entgegenkommen, wenn man ueberholen will (von Motorraeder ganz zu Schweigen), sodass man permanent zu viert neben einander auf eigentlich nur 2 Spuren faehrt...ich bin woertlich Tausend Tode gestorben!
abgesehen von diesem Unbehagen, vielleicht gleich zu sterben, gefiel mir die Fahrt nicht so gut, weil ich mir wie in einem glaesernen Kuehlschrank auf Raedern vorkam, denn von der Kultur selbst haben wir praktisch gar nichts mitbekommen. nur ab und zu arabische Schilder am Strassenrand, goldene Turmspitzen irgendwo hervorblitzen (vielleicht waren die Minituerme, von denen immer 2 im gleichen Abstand aus dem Gras guckten, Friedhoefe...?), verschleierte Frauen, freilaufende Kuehe, Schafe und Ziegen und tropische Landschaft wie in Honduras, mit aehnlichen Holzbaraken am Strassenrand, nur dass die hier noch besser aussehen und die Strassengraeben nicht mit Muell gefuellt sind.
Aber da waeren wir wieder bei meinem absurden (wahrscheinlich gar nicht so erstrebenswerten) Anspruch, die Kultur annaehernd erfassen, tatsaechlich kennenlernen zu wollen. Hm.
die Inseln waren ein Traum. wir haben mithilfe unseres "einsamen Planeten" eine Bucht gefunden, die nur ein einziges "Hotel" mit angegliedertem Restaurant und dementsprechend wenig Touristen bietet. Die Ruhe war ein Traum und dort konnte ich meine kurzzeitige, erhoehte Temperatur einfach weglesen und wegliegen und in den folgenden Tagen mit unseren neu gefundenen, im Tierreich bewanderten schweizer Freunden die Korallen unsicher-schnorcheln. Die Haie, die sie in den vorhergehenden Tagen gesehen hatten, konnten wir nicht mehr sichten, aber Tausende andere Fische in allen (un-)vorstellbaren Farben und Formen (sogar ganz viele "Nemos" haben wir gesehen, fuer die die wissen, wer das ist) und tolle Korallen und Muscheln. Am Strand konnte ich die Haende nicht vom Boden lassen uns hab sicher ueber 2 kg Strandgut gesammelt, das ich vor der Abfahrt allerdings nochmal sortiert hab, denn ich muss es ja tragen! Alles in allem sehr schoene Tage und trotzdem war es Zeit, wieder zu gehen.
Jetzt sind wir in Peneng, auch genannt Georgetown und wohnen wieder bei einer Familie; ihr juengerer Sohn Edeson ist gerade mit AFS in Deutschland (wodurch ich auch die Adresse bekommen habe) und sucht gerade eine Gastfamilie, weil er von Schweiganger aus, wo er gerade wohnt, eine Stunde zur Schule fahren muss, und er sich, weil sein Gastbruder gerade mit AFS in die USA losgezogen ist, dort ziemlich einsam fuehlt...nur so, falls jemand Interesse hat, einen sehr netten und lustigen Malaysier bei sich aufzunehmen; es waere nur noch bis Januar und er wuenscht sich ein bisschen familiaere Waerme und die Moeglichkeit, sich selbststaendig zu bewegen.
Die Grossstadt verlor ihren Reiz sehr bald. Im Bus mit den ganzen Einheimischen hat es uns noch gefallen; wir fuehlten uns wieder ein bisschen wie in unserem "Amerika", aber nachdem wir ein bisschen rumgelaufen sind und uns die "main attractions" angesehen haben, wollen wir schon fast wieder raus aus den Menschenansammlungen.
Heute konnten wir zum Glueck ein bisschen aus dem Stadtkern fuechten und besichtigten eine "Butterfly Farm" (die irgendwie unter der Leitung unseres Hostpapas steht), was sehr farbenfroh und flattrig war und danach nahmen wir an einer Tour durch den "Tropical Fruit Garden" teil, was echt interessant und anschliessend vor allem lecker war, weil wir so viele Fruechte essen durften, soviel wir wollten (wir wollten natuerlich soviel, dass wir jetzt noch Bauchschmerzen haben...). Es gibt so viel Obst, von dem wir noch nie gehoert hatten und das sehr schmackhaft ist; am besten war trotzdem noch die Ananas, ihr glaubt gar nicht, was es da fuer Unterschiede gibt!
Morgen wollen wir noch 2 angeblich sehr schoene Tempel sehen und dann los gen Norden.
Unser Weg nach Thailand gestalltet sich als nicht so einfach, weil im Sueden Thailands, durch den wir zwangslaeufig durch muessen, wieder mal Unruhen herrschen (extreme Muslimen verlangen einen von Thailand unabhaengigen Staat) und ausserdem scheint die Regenzeit bzw der Monsun die Insel Ko Phi Phi ungastlich zu machen. Vielleicht muessen wir deshalb auf diese verzichten und zoegen dann am Sonntag direkt zu unseren Schweizerfreunden auf Ko Tao, eine Insel im Osten von Thailand, suedlich von Bangkok, aber das erfahrt ihr dann alles nachher!
Dass es wieder keine Fotos gibt, tut mir sehr Leid, aber in den Internetcafes gestalltet sich das nicht immer einfach (insbesondere, wenn man die CDs und Kabel gerade nicht bei sich hat...)
Macht es gut und euch keine Sorgen!
Clara
