25 April 2007

 

Monsterblog - Mittelamerika bis Mexico bis...Muenchen!

Guatemala

Wir wandeln beruehrt durch Guatemala, fasziniert von seinen Gesichtern, begeistert von der Originalitaet; traditionelle Trachten in schillernden Farben, die von Dorf zu Dorf, je nach Region variieren und Maerkte, die diese Farbpracht fast uebertreffen: Fruechte und Gemuese, Masken, Stoffbahnen, Tuecher, bunte Guertel und Silberschmuck, und natuerlich die Trachten selber.
Es ist vorgekommen, dass wir mit unserem Spanisch nicht weiterkamen, weil manche Indigenas nur eine der ueber 20 Maya-Sprachen; ein paar Worte K'iche' (Kitsché), Q'eqchi' (Kecktschí) und Kaqchikel (Kacktschickell) haben wir sogar gelernt, aber dann sofort wieder vergessen. (wer interessiert ist: http://de.wikipedia.org/wiki/Guatemala#Bev.C3.B6lkerung)













Die Menschen sind uns mit neugieriger Offenheit und Freudlichkeit entgegengekommen. Sie scheinen sehr arbeitssam, ob augenscheinlich 5 oder 75 Jahre alt.Manchmal faellt es schwer, das Alter einzuschaetzen; Energie und Lebensfreude, die einem aus alten, ganz faltigen oder aber alten, sehr straffen Gesichtern entgegenscheinen, stehen im Gegensatz zu Jugendlichen, die schon verbraucht aussehen. Alle, so scheint es, muessen hart arbeiten, tragen riesige Saecke Reis, Mais, Bohnen, Cafe oder Orangen. Oder mit einem Holzstapel so hoch, dass du die Person nicht mehr sehen kannst, bis zu 8 Betonbloecke auf dem Ruecken. Sie gehen in der Mittagssonne an dir vorbei, das Gewicht meist durch ein Band vor der Stirn auf Hals und Kopf uebertragen und taeglich sahen wir mehrere Frauen grosse Plastikschuesseln mit Gemuese, Tortillas oder uneinsehbare Ware auf dem Kopf herumtragen - ohne Haende!

Ein liebenswertes Land, das wir jetzt gut kennen, wesentlich besser als Deutschland und wo wir sogar in kurzer Zeit Freunde finden konnten. Ein paar lustige Namen: Chichicastenango (ausgesprochen Tschitschikastenango), Quetzaltenango abgekuerzt Xela (ausgesprochen Ketzaltenango oder Schela), Huehuetenango...





Natur (Belize und Guatemala)


Wir wollten eigentlich auf den erloschenen Vulkan Tajumulco steigen, der mit seinen 4220 Metern der hoechste Punkt Zentralamerikas ist (Mexico gehoert geographisch zu Nordamerika), aber dann sind wir doch nur auf den Santa Maria geklettert, der mich mit seinen 3700 Metern schon ganz schoen geschafft hat. Nie hab ich mich so schwach und unfaehig im Berg gefuehlt wie bei den 3 Stunden Aufstieg, den wir um 5 Uhr frueh begannen, um noch vor Wolkenbildung den viel kleineren, aber noch aktiven Vulkan Santiaguito vom Gipfel aus beobachten zu koennen. Die Lava selbst sahen wir zwar nicht, aber nach Eruptionen stiegen regelmaessig riesige weisse Rauschschwaden auf.
Ein netter Nebeneffekt des vulkanischen Gebiet ist es, dass es heisse Quellen und sogar heisse Wasserfaelle gibt, in denen wir manchmal baden konnten.
In Belize sind wir sogar einen "normalen" Wasserfall runter und einen anderen hochgelaufen, was total irre war! Aufgrund von Kristallbildung, ist die Oberflaeche der Wasserlaeufe so rau geworden, dass man problemlos barfuss grosse Steigungen bewaeltigt, ohne abzurutschen; ein unvergessliches Erlebnis, mit einem 18-Jaehrigen als Guide, der bei jeder 2. Pflanze erklaerten konnte, was fuer eine heilende oder besondere Wirkung sie bei bestimmter Verarbeitung habe..

Durch die vielen Fluesse und Baeche sind im Laufe der Zeit Hoehlen und unterirdische Gangsysteme entstanden, die von Mayas als religioese Staetten benutzt wurden, weil sie den Eingang zur Unterwelt darstell(t)en.
In einer sind wir auf Leitern geklettert, aber nicht, um vor Wasser zu fliehen, sondern um in ausgeschachteten Gaengen bis zu 2000 Jahre alte Tontoepfe und andere Gefaesse zu sehen, viele noch intakt! Mayas hatten sie im Rahmen von Ritualen in diese natuerlichen Hoehlungen gestellt, und vermutlich auch zur Aufbewahrung von Nahrung. Ganz tief unten in dieser Hoehle befindet sich ein grosser Saal, in dessen Mitte ein Altar steht, der kreisfoermig mit Steinen markiert ist und die Luft ist suesslich dick und unangenehm und ohne Taschenlampe herrscht absolute Finsternis.
Wir haben auch einige andere besichtigt, in denen keine Spuren von Mayas gefunden wurden; in einer schwammen wir zum Beispiel mit einer Kerze in der Hand durch ein unterirdisches Flusssystem und sprangen ganz tief drin von einem Wasserfall (alles innerhalb der Hoehle und wenn du die Flamme ins Wasser tunkst, dann geht das Licht aus...).



Viele der Hoehlen erreicht man nur nach einem Fussmarsch durch den Urwald und oft ist es ein im durch den Schlamm-geglitsche, sodass ich mich nach lauter Regenwald und tropischem Klima schon sehr nach Steinen unter den Fuessen sehne...Alpen ich komme!




Mayas

Es klingt verwoehnt, aber wir haben genug von Mayastaetten und -Ruinen! Nach Copan (Honduras), Lumbaatum, Xunantunich (Belize), Tikal (Guatemala), Tulum, Cuichen Itza und Palenque (Mexico), sind wir nicht mehr begeisterungsfaehig fuer all die beeindruckenden Tempel, Pyramiden, Observatorien, Residenzen und Burgen, und natuerlich die beruehmten Ball-Spielfelder. Aber es verschlaegt einem die Sprache, wenn man das erste Mal ploetzlich vor riesigen Gebaeuden steht und man sich fragt, wie die Mayas das gemacht haben, und gar nicht glauben kann man, wenn einem der Guide sagt, dass diese schlauen Menschen weder das Rad kannten, noch irgendeine Form von Metall, und demnach auch keine Metallwerkzeuge hatten. Auch ist es toll, zwischen uebermoosten Gebaeudetrakten der Haeuser des gemeinen Volks rumzustreunen oder sich auf das Steinbett der Herrscher zu legen. Jede Staette hat seine Besonderheiten, Tulum natuerlich das caribisch blaue Meer als Kulisse, Xunantunich die allesueberblickende Burg mit seitlichen Reliefs, die vollkommene Abgeschiedenheit Lumbaantums usw. Aber leider sind die meisten Orte schon komplett ueberfuellt von Touristen wie uns, die am liebsten auf und in den Ruinen rumklettern wuerden, weshalb viele geschuetzt sind und nicht mehr betretbar...
Ausserdem ist die Kultur mit ihrer Zaehlweise und dem anderen Kalender, den Hyrogliphen, den brutalen Spielen, Ritualen und Opfern und Weltanschauungen interessant, zB der Mensch besteht aus Mais, ihrem Hauptnahrungsmittel (wir Weissen sind noch nicht ganz durchgekocht und Schwarze waren zu lang auf dem Feuer...) Aber natuerlich erstreckt sich der Begriff Maya auf ein riesiges geographisches Gebiet, auf einen langen Zeitraum und auf eine Ethnie, die immer noch lebt und immer noch wandert und weder die Braeuche, noch der Glaube koennen verallgemeinert werden, nicht einmal die Namen fuer bestimmte Dinge werden einheitlich benutzt...


Plantagen und Tiere

Wieviele verschiedene Pflanzen und Tiere wir wohl bisher gesehen haben? Schon die, die wie unterscheiden konnten oder zumindest bemerkt haben, sind - fuer uns Laien - unzaehlbar.
Aber mich beeindruckt immer das Obst; Felder, soweit das Auge reicht, voller Bananen, Orangen, trockenem Mais, Cacao, Bambus, Zuckerrohr, essbare Palmen und andere Nutzpflanzen, deren Namen und manchmal deren Nutzen wir nicht kennen...auf Steinboden ausgebreitete Plastikplanen mit vielen Haufen trocknenden Cafes darauf und auch ein Maedchen, das auf den Knien Cafe mit einem steinernen Moerser malt, immer und immer wieder, gutgelaunt! Die Besitzerin eines Hotel warnte mich, lieber nicht direkt ueber den Hof zu gehen, sondern an den Mauen entlang, weil der vielleicht 15 Meter hohe Avocadobaum mich leicht erschlagen koenne: sie sind reif.
Zahllose Voegelchen in allen Farben und Groessen, Voegel, die ihre Nester kopfueber bauen, sodass sie aussehen, wie grosse strohene Tropfen (eigentlich brueten sie im September, aber zu aller Verwunderung, machten sie schon im Januar ihre Nester...Klimawandel?), Leguane von 10 cm bis 1 Meter, mit und ohne Bart oder Kamm, Riesenmeerschweinchen namens Agouti und ein kleines Krokodil und ich hab meine ersten freilebenden Affen gesehen!! Es ist ganz anders als im Zoo, viel besser! (Der Max hat, wie ihr sicherlich wisst, schon Affen, einen Ameisenbaeren und ein Guerteltier in freier Wildbahn gesehen, damals in Costa Rica...)


Naturkrimi

10 cm Durchmesser hat die haarige Spinne, die hinterruecks von einer knallroten Wespe mit knallblauen Fluegeln betaeubt wird und regungslos liegen bleibt. Die Wespe glaubt sich unbeobachtet und versucht die schwere Spinne heimlich durchs Gras zu ziehen ohne eine Spur zu hinterlassen; aber es gibt einen Zeugen! Eine Eidechse schaut scheinbar unbeteiligt zu, tut ganz unbedarft, aber wir vermuten: gleich wird sie losstuermen und die Wespe fressen. Und da! Sie rennt los, aber nicht die Wespe, sondern die bewusstlose Tarantel schnappt sie sich und rast davon, waehrend die Wespe sie im Sturzflug verfolgt (ob sie einen Angriff versucht oder ihre Beute verteidigen will, bleibt unklar), aber sie scheitert.
Wie die Geschichte tatsaechlich ausgeht, ist ungewiss, weil eine Vierjaehrige in Blumenkleid und Gummistiefeln eine durchsichtige Plastiktuete mit Damefiguren und Wasser gefuellt durch die Gegend schleudert und die Eidechse ausser Sicht jagt.


Geld"rationierung" in Guatemala

In Guatemala gab es ein gewisses Problem als wir ankamen, es gab naemlich fast keine Banknoten. Warum, angeblich, weil die Regierung neue drucken lassen wollte und die alten eingezogen hatte, bevor die neuen gedruckt waren. So gaben ploetzlich die Automaten keine Scheine mehr, sondern nur die Schalter an den Banken und das eigentlich nur den Einheimischen mit ihren Lohnscheine. So gab es interessante Situationen und lustige Bilder, z.B. am Montag, den 2. Januar um 8 Uhr frueh auf Antiguas Hauptplatz: gut gekleidete guatemaltekische Mittel- und Unterschicht und lauter ungewaschenen, verknitterte "Gringos", die gemeinsam vor den Banken Schlange stehen.
Mit der Zeit gingen auch viele Geldautomaten wieder, aber immer nur sehr kleine Betraege spucken sie aus, was fuer Reisende ziemlich kostspielig ist, und jede Woche ca Mitwoch, gab es wieder gar nichts mehr und man musste bis Montag warten und darauf hoffen, dass sie wieder gefuellt wuerden.
Interessant war auch, dass wir im Internet ca 2 Meldungen, und eigentlich keine offizielle Stellungnahme zu diesem Problem finden konnten.
Max verglich die Situation mit der Inflation (nach eigenen Erfahrung natuerlich...), weil du zwar Geld hast, aber es dir nichts nuetzt, in diesem Fall nicht, weil es nichts mehr wert waer, sondern, weil du schlicht und einfach kein Zugriff drauf hast. So als wuerden dir deine Eltern das Sparbuch wegnehmen...


Belize

Diese Angelegenheit war nach 23 Tagen erstmal geklaert, als wir montags Geld abheben, unsere Schulden bezahlen und das Ticket fuer den naechsten Tag zur Ueberfahrt nach Suedbelize kaufen konnten. Nach 40 min Bootfahrt, sahen die Menschen natuerlich noch genau gleich aus, aber ploetzlich sprachen sie nicht mehr unsere (haehae!) Sprache, nicht mehr Spanisch, sondern Englisch, und wir konnten uns eigentlich nicht ganz daran gewoehnen, englisch zu sprechen.
Ein etwas anderes Geldproblem kam in Belize auf uns zu, naemlich die Preise: ploetzlich kosteten die Waren umgerechnet bis zu viermal so viel wie auf der anderen Seite der Grenze. Wir waren tatsaechlich ziemlich geschockt und wollten so schnell wieder raus aus diesem Land, in dem mache Lebensmittel mehr kosten als in Muenchen, aber letztendlich blieben wir 2 Wochen und man muss sagen, einige von den beeindruckendsten Naturerlebnissen, haben wir hier gesehen...


Alltag

2 Wochen lang haben wir Busse genommen, die durchschnittlich um 6 Uhr frueh losfuhren (es war jeweils der letzte und spaeteste Bus des Tages, die anderen zwischen 4 und 5), was extrem unangenehm war; Die Busfahrten selbst sind auch alles anderes als gemuetlich, weil sie uralte US-Schulbusse sind, die jegliche Federung in den letzten Jahrzehnten verloren, durch uebermaessige Benutzung nur noch nacktes, zerschlissenes Inventar haben und meistens alle Fenster offen sind oder ueberhaupt nicht zu oeffnen sind - und es gibt keine Klimaanlange.
Das anstrengende an einer solchen Reise ist auch, dass wir fast jeden Tag irgendwo ankommen (und meist sofort die Abreise organisieren muessen), uns ein bisschen in einem neuen Zimmer einrichten und oft am Tag darauf wieder einpacken muessen.
Ausserdem haben wir fast nie ein eigenes Bad und oft genug hatten wir auch in Guatemala und Belize tagelang nur Plumsklos zur Verfuegung, was einerseits laestig war, andererseits war eines direkt im Dschungel und hatte keine Waende, sodass man die Voegel auf vom Klo aus beobachten konnte.
Abgesehen vom Verzicht auf gewohnte Einrichtungen, wie eigenes Bett, Kissen, sauberes Klo mit Klopapier, hatten wir auch manchmal Schwierigkeiten oder Kopfzerbrechen, wie bestimmte Dinge geregelt werden sollen. Sollten wir mehr bezahlen, um eine Kueche zur Verfuegung zu haben und "billiger" essen und selbst kochen zu koennen oder sollten wir versuchen moeglichst viel typisches Essen auszuprobieren und zu geniessen, was den Geldbeutel natuerlich mehr belasten wuerde. Dann war auch lange die Frage, wer was wann bezahlen sollte, bis wir einen "gemeinsamen Geldbeutel" eingerichtet haben, aus dem jegliches Essen und Trinken so wie Dinge, die zur guten Laune beider beitragen, bezahlt werden, was sehr empfehlenswert ist und einem einige Diskussionen und Verstimmungen erspart!!!


Mexico

Im schoenen Mexico, Max' zweiter Heimat, vergeht die Zeit immer so schnell und unkompliziert und wir genossen fast alles
(bis auf draengende Zukunftentscheidungen und Postaemter ohne Briefmarken), vor allem natuerlich die Kueche und das Klima, die Staetde mit engen Gassen voll kleiner Haeuschen in warmen Farben und grossen Kirchen und freundlichen Menschen.
Wir waren lange im Sueden und ein bisschen im Zentrum, letzters war auch fuer den Max neu, und wie jedes Mal ein bisschen in Oaxaca und Mexiko Stadt und haben uns ueberall bei Bekannten und Verwandten eingenistet.
Nikki hat uns im Februar eine weitere Woche "besucht" und uns beim Reisen begleitet. Wir hatten eine sehr schoene und lustige Zeit zu dritt, am Strand, Skat spielend, auf Spaziergaengen, in Ruinen und Hoehlen, mit Tequila und viel Alemañol (aleman+español).


Ende

Damit dieser Blog noch vor unserem Eintreffen in Deutschland ins Netz kommt, nur noch kurz: Von Mexico aus sind wir nach Sao Paolo geflogen, wo wir ein paar sehr nette und familiaere Tage bei unserem AFS-Freund Gabriel und seiner Familie verbrachten. Max konnte endlich mal wieder Fussballspielen, war das eine Erleichterung!
Von dort sind wir ueber die einzigartigen Wasserfaelle von Iguazu (die irgendeinen weltweiten Superlativ beeinhalten) nach Buenos Aires und haben die Stadt erkundet. Es gibt sehr viele wunderbare Jugendstilhaeuser, allerdings ist das Stadtbild ziemlich zerrissen, weil viele von den Gebaeuden auch wieder abgerissen wurden und durch Wohnungstuerme ersetzt wurden, sodass diese angeblich mal so wunderschoen einheitliche und herrschaftliche Stadt viel eingebuesst hat. An Kunst und Kultur ist sie aber nach wie vor sehr reich und im Museo National de Bellas Artes koennte ich Tage verbringen.
Ausserdem hat sich eine Angehoerige meiner weitlaeufigen Familie herzlichst um unser leibliches Wohl gekuemmert und uns viel von der Korruption der Politiker hier (besonders des schon lange regierenden Praesidenten) erzaehlt, wie viele andere, und von dem Boersensturz Ende der 90er Jahre, vor dem der argentinische Peso genausoviel wert war wie der US-Dollar und jetzt nur noch ein Drittel. Oft spuert man die Frustration der Argentinier ueber diese Devaluation, die sie im alltaeglichen Leben beeintraechtigt, nachdem sich all ihre Ersparnisse in Luft aufgeloest haben, ihnen aber vor allem das Reisen, das wir so ausgiebig praktizieren (schlechtes Gewissen...), erschwert oder gar unmoeglich macht. Auch hat uns Gloria einen Einblick nicht nur in die argentinischen "Favelas" ermoeglicht (natuerlich aus dem Auto mit verriegelten Tueren), sondern auch in eine der vielen in sich geschlossenen, kuenstlichen Wohnanlagen, in denen sich viele Familien aus der (seit ein paar Jahren so stark zurueckgegangenen) Mittelklasse ihre "heile Welt" erhalten. Ihre Kinder wachsen sehr behuetet neben Golffeld und Pferdekoppel auf, ohne viel von der Aussenwelt und ihren Problemen mitzubekommen (Menschen, die in Hauseingaengen naechtigen und sich ihren Lebensunterhalt dadurch verdienen, dass sie nachts im Muell Dinge, meist Karton, sammeln, die man in den Provinzen noch verkaufen kann, oder die Demonstrationen, die in Buenos Aires fast auf der Tagesordnung stehen etc). Dieses Lebensmodell ist relativ neu in Argentinien und, Gloria zufolge, besonders im Bezug auf den drohenden Verlust des Realitaetsbewusstseins dieser Kinder und damit ihrer wohl schwierigen Zukunft umstritten.


...in Sicht

Allerdings draengt es uns jetzt schon sehr nach Hause und so statten wir nur noch Max Freund Pucho in Paraguay einen Geburtstagsbesuch ab, bevor wir schon (unglaublicherweise!!!!) naechste Woche endlich wieder in heimatlichen Gefilden landen.

Auf der Reise habe ich mich sehr veraendert: meine 2 letzten Weissheitszaehne kriechen gerade aus ihren Ecken (oder kommen bei mir aufgrund der unglaublichen Weisheit vielleicht noch mehr...?) und ich bin so braun wie noch nie zuvor in meinem Leben, weshalb der Max mich jetzt Clara Negra nennt. Mit dieser neuen Sichtweise auf das Leben muss ich nur noch irgendwo (in Deutschland oder Innsbruck) einen Studienplatz fuer Medizin bekommen, mich daran erinnern, was es heisst, aus Buechern zu lernen und mich daran gewoehnen, an einem Ort zu bleiben. Also, wenn einer von euch schon verstanden hat, wie ZVS funktioniert, dann melde er sich doch bitte bei mir, weil ich sonst vielleicht nie studieren werde.
Dem Max stehen alle Tueren offen, der muss sich nur noch entscheiden, was er studieren moechte. Einige Dinge stehen fuer ihn jedenfalls fest: er wird weder Maler noch Friseur und ich sollte nicht ueber die Zukunft schreiben.

Ich freue mich schon so darauf, euch "en vivo" in den Arm nehmen zu koennen. Bis dahin, eine atemberaubende virtuelle Umarmung!
Clara

20 Januar 2007

 

Lebenszeichen aus Guatemala

Nur ganz kurz: ich denke viel an Deutschland und meine lieben Freunde und An-Verwandte und geniesse trotzdem sehr das malerisch-te Land, das ich je gesehen hab: Guatemala. Wir erleben viel, was ich in Ruhe erzaehlen moechte, aber ich komm noch nicht dazu. bald mehr von einer gesunden Clara, die nicht viel schreibt...

23 Dezember 2006

 

Ende November bis Honduras

Ihr habt vielleicht schon gehoert, dass es in Mexico zur Zeit viel Aufruhr gibt, 1. weil die Wahlen mal wieder manipuliert worden sein sollen und sogar mehr Stimmen gezaehlt worden sind als es Wahlberechtigte gab, sodass der Praesident hoechst wahrscheinlich unrechtmaessig diesen Titel traegt. Ausserdem
ist seit ueber einem halben Jahr das Zentrum der Stadt Oaxaca von regierungs-oppositionellen Gruppen besetzt. zuerst waren es ueberwiegend streikende Lehrer aus dem ganzen Staat Oaxaca, die um bessere Bezahlung "baten", mittlerweile sind es viele verschiedene Menschen, die reklamieren, dass der Governador einiges Geld anders verwendet habe als vorgesehen war und dabei einiges selbst eingestrichen hat.
Als wir bei der ehemaligen Gastfamilie von Max in Oaxaca ankamen war alles sehr anders, als das letzte Mal, das Max dort war. Es gab viele Informationsstaende und Leute auf den Strassen, manche mit Zelt und ein paar Meter weiter massenhaft Polizei, die sehr "zur Verteidigung ausgeruestet war", und grosse, panzerartige Gefaehrte, die anscheinend "nur Wasser schiessen" hatten.

Am Samstag den 26. November wollten die oppositionellen Gruppen (genannt Appo) die Orte wieder einnehmen, von denen sie vor ein paar Wochen durch Militaer vertrieben worden waren, was hauptsaechlich aus dem Zentrum von Oaxaca Stadt besteht. Von unserem dortigen Zu hause (Max' ehemalige Gastfamilie) hat man die ganze Nacht lang Sirenen, aber auch viele Knaller und vielleicht Schuesse gehoert. Es sollen ziemlich viele (gewalttaetige) Aufstaendige festgenommen worden sein und in den Nachrichten hat man ueber diese nur als "Objekte" und "Individuen" gesprochen.
Tags drauf waren wir noch im Zentrum und es sah gruselig aus; kein einziges Auto war geparkt, weil die vorigen abgebrannt sind, auf den Hauptstrassen war jedes einzelne Fenster eingeschlagen, zT angezuendelte Waende und alle 5 Minuten kam eine Karawane von 4 Pickups voller Polizisten auf der Ladeflaeche mit Schildern und Gewehren vorbei...
das komischste war, dass man die ganze Zeit total verschiedene Informationen bekam; die Appo ist ganz unschuldig und wird grundlos von den Polizisten niedergepruegelt, vergewaltigt, festgenommen und wahllos mit Traenengas vollgesprueht. auch die Fenster sollen von den Polizisten eingeschlagen worden sein, um spaeter zu behaupten, die anderen seien es gewesen. andere sagten wiederum, die Appo sei gekauft, oder es sei ein Spiel oder es seien Kinder, die unter geschenkten Drogen stehen und sie wuerden die armen Polizisten gnadenlos provozieren, mit Feuerwerkskoerpern aus sie schießen, und jene befolgten ganz brav und demuetig den Befehl, sich nicht zu ruehren. also: quien sabe!


Abgesehen davon konnten wir den Aufenthalt aber trotzdem geniessen und sahen Max’ Freunde Arturo (wenn auch nur kurz), Marianne und Ursula. Letztere hat uns auf ein Open-Air Konzert auf einem stillgelegten Bahnhof mitgenommen; neben Rock wurde auch Salsa gespielt, waehrend die Zuhoerer (und Taenzer) auf den Schienen sassen (bzw tanzten) – ziemlich atmosphärisch und das alles als friedvolle Unterstuetzung der Appo. Ausserdem hat Ursula (sie studiert Kunst) uns an einen wunderschoenen Ort entfuehrt: ein Kulturzentrum etwas ausserhalb der Stadt Oaxaca. Dort kann man Kurse belegen, um verschiedenste Kuenste zu erlernen; wir haben diesmal nur eine Ausstellung angesehen und ohne Kurs Fotos geschossen...






Als kleines Beispiel fuer die Farben, die hier so warm sind, dass ich schon beim Hinschauen ins Schwitzen komme.

Nach wenigen Tagen in Oaxaca sind wir auch schon wieder losgezogen: gen Sueden.

Insgesamt waren es um die 28 Stunden Bus, die wir in 2 Tagen bis Honduras hinter uns gebracht haben, aber die ganzen Details werd ich euch ersparen. Nur die Grenze von Mexico nach Guatemala war crass, denn so viele Leute wollen dir „helfen“, in dem sie dir das Geld zu viel besserem Kurs wechseln oder indem sie uns viel schneller ueber die Grenze bringen, dadurch, dass sie mit unseren Paessen weglaufen, sich bei der Einreise an allen vorbeidraengeln und dafuer ein saftiges Trinkgeld verlangen, obwohl wir sie um nichts gebeten haben. Aehnlich war die Ankunft in Guatemala City, was das Gefuehl der Ueberrumpelung und Desorientierung angeht. Unueberschaubarer Strassenverkehr, Brautkleid-Laeden und Moebelausstatter aneinander gereiht ueber gefuehlte zig Kilometer dunkler Gassen. Danach natuerlich wieder ins falsche Taxi, aber mit einem Freund: einem Honduraner vom Land, der – wie sich spaeter herausstellt – gerade auf dem Weg nach Hause ist, nachdem er ein Jahr in Texas gearbeitet hat, als „Mojado“, also als illegaler Einwanderer. Der Taxifahrer wollte uns fuer den 8-fachen Preis als wir dann tatsaechlich fuer den Billig-Bus bezahlt haben zur Grenze bringen, weil wir viel guenstiger damit fahren wuerden...aus Unschluessigkeit sind wir dann mit unserem neuen Freund Thomas in einem Luxushotel abgestiegen, in dem wir fuer 3 Leute ein riesen Zimmer mit 4 Doppelbetten bekamen. Am Abend erzaehlte uns Thomas, wie er an der guatemaltekischen Grenze zu Mexico von den Grenzpolizisten sein gesamtes Geld abgenommen bekommen hat und sich dann bettelnd durch Mexico durchgeschlugt, bis er dann nachts durch den Fluss geschleust und direkt auf eine Farm gebracht wurde, unter der Bedingung 1000 Dollar in Raten zurueckzuzahlen. Nach einem Jahr jeden Tag zwischen 9 und 14 Stunden Arbeit (Ziegelsteine brennen, wenn ich’s richtig verstanden hab), hat er wohl genug, in zweierlei Hinsicht, und besteht darauf, uns zum Abendessen einzuladen, bevor er seine Familie mit seiner Rueckkehr ueberraschen wird.

Um 4 Uhr Frueh nehmen wir dann ein bestelltes Taxi und fahren um halb 5 zur honduranischen Grenze los. Kurz bevor wir dort ankommen, muessen wir allerdings umsteigen in ein so genanntes Collectivo, eine Art Sammeltaxi, um tatsaechlich hin zu kommen; der Grenzer laesst sich alle Zeit, um unsere Paesse abzustempeln, sodass wir dem Bus hinterherrennen muessen, der schon mal um die Ecke gefahren ist, um uns seine Eile klarzumachen. Das schlechte an den billigen Bussen sind die Leute, die ihre ganz eigenen Gerueche mitbringen; der Vorteil ist allerdings, dass man die Fenster oeffnen und einem so der Wind durch das Haar sausen kann. Ich geniesse es solange, bis ich erschoepft aufwache und das, was ich vorher als Gefuehl der Freiheit beschreiben wollte, ploetzlich als zuegellose Gewalt empfinde, die mich in ihrer Ungebaendigtheit bedroht, waehrend die zunehmende Schwuele mich niederdrueckt. Noch eine Taxifahrt und dann sind wir sicher im Mall – der Ort in Honduras, an dem man sich am meisten aufhaelt. Eine Nacht bei unserer ausgeflippten Verena in San Pedro Sula, dann eine weitere Busfahrt von 6 Stunden mit mehr AFSern (darunter die liebe Sascha) und dann ein paar Stunden im Mall, wo wir auf die restlichen AFSer warten.

Fuer Max sind es die ersten Eindruecke von Honduras: Malls, lauter Verkehr, alles ist dreckig und Markt herrscht staendig auf den Strassen. Ein Taxi ist keines, wenn es nicht durckgehend hupt!

Abends gehen wir in der „Party-Stadt“ von Honduras aus, mehr oder weniger ernuechternd, etwas angsteinfloessend und ziemlich mitleiderregend, wenn man sich ueberlegt, wie alt das schoene Maedchen in kaum einem Fetzen von Minirock wirklich ist, die uns den ganzen Abend begleitet und wie gut sie die 2 aelteren Westler mit Wampe wohl schon kennt, mit denen sie gequaelt tanzt.

Am Tag darauf trennen wir uns das erste Mal von einander fuer mehr als ein paar Stunden (was eigentlich auch erst einmal vorgekommen ist, weshalb mir wohl 3 Tage schon wie eine Ewigkeit vorkam). Ich halte es nicht mehr aus, in Honduras zu sein, aber nicht bei meinen Freunden und meiner Familie, deshalb nehme ich zur Abwechslung einen Bus und fahre 7 Stunden bis nach Tegucigalpa: der Hauptstadt von Honduras, in der ich fast ein Jahr gewohnt hab.

Max amusierte sich die naechsten Woche mit den „Jungtieren“ auf der Insel Utila, und genoss den Tauchkurs sehr.

Meine Ankunft war eine Ueberraschung fuer alle, was auch ich nicht erwartet hatte, denn ich richtete es meiner Gast-Grossmutter aus, nur leider hat sie Alzheimer. So waren meine Mutter, meine Schwester und ich wenigstens den Traenen sehr nahe, als ich ploetzlich wieder in diesem freundlichen Haus voller lebensfroher Menschen stand. Seit 10 Monaten geht es hier sogar noch lauter zu, weil ein verrueckter Schweizer namens Jonas (AFS) und ein lieber Daene die Familie ergaenzen und das Zimmer ausfuellen, das sonst meinem Bruder Tito gehoert, der gerade mit AFS in Japan ist, wo wir ihn besuchten (siehe Japan 2). Ueber meine Schwester Keren hab ich mich besonders gefreut, denn sie ist wunderbar laut und sprudelnd wie eh uns je.

Auch meine Freunde wiederzusehen war ueberwaeltigend. Die Leichtigkeit des puren Seins mit ihnen ist unbeschreiblich und es ist kaum zu fassen, dass es noch fast alles gleich ist, nur dass alle ein bisschen aelter sind und ein bisschen dicker (im Gegensatz zu mir, denn alle fragen mich ganz erstaunt, wie ich so viel abnehmen konnte oder sagen gleich, dass ich ja ziemlich dick hier weggefahren waere). Ausserdem gehen sie jetzt in die Uni, Yunior wohnt viel naeher als frueher, aber musikliebend sind sie immer noch wie frueher (ich hab sie auf einer Art oeffentlichen Musikgymnasium kennengelernt).

Es hat sich nicht sehr viel veraendert, seit ich vor 2 einhalb Jahren hier abgereist bin. Neue Malls wurden gebaut, der Lempira (die hiesige Waehrung) ist gestiegen (sogar als wir hier waren sind in den Cafes jedes Produkt um einen Lempira teurer geworden) und meine Freunde sagen, dass es gefaehrlicher geworden ist, weshalb weniger Leute den Bus nehmen und sich stattdessen im Taxi fortbewegen. Ich hab keinen grossen Unterschied gemerkt, im Gegenteil fand ich es angenehmer in den Strassen, weil das Hinterherrufen und –pfeifen scheinbar abgenommen hat (was aber nur daran liegt, dass ich so gut wie nie ohne maennliche Begleitung das Haus verlasse). Gestern allerdings sass Max mit ein paar Freunden am fruehen Nachmittag im Bus und ploetzlich stiegen zwei Maenner vorne ein und hielten die Haende auf, und nahmen den Leuten in den ersten Reihen Geld und Taschen ab. Als die ersten Passagiere hinten anfingen aus dem Bus zu springen, liefen auch die 4 Jungs los und flohen ueber den Hinterausgang waehrend der Bus langsam weiterfuhr. So wurden sie zum Glueck nicht direkt mit den Raeubern konfrontiert, was vielleicht auch in der Hinsicht gut war, als dass sie gar nichts zu geben hatten, weil sie in Sportkleidung und voellig verschwitzt vom Fussballspielen kamen und man nie weiss, was passiert, wenn augenscheinlich Reiche nichts geben koennen.

Vorsicht muss man also schon haben, aber heute bin ich schon wieder alleine Bus gefahren. Angeblich kommt es auch auf den Bus und seine Herkunft, bzw. sein Ziel an.

Sonst habe ich die paar Tage hier sehr genossen, viele alte Erinnerungen an Geschmaecker, Gerueche und Geraeusche wieder aufleben lassen, mit meinen Freunden in alter Tradition gefeixt und auch viel mit dem Schweizer Jonas, dem Daenen Simon und dem Weisenjungen Fernando, der hier immer Weihnachten verbringt, unternommen, was immer ziemlich chaotisch und lustig ist. In der Kirche waren wir schon mit der Familie und ich hab mit Max’ Hilfe fuer 12 Personen Kartoffel-Blumenkohl-Brokkoli-Auflauf gekocht. Max hat „Auflauf“ ins Spanische ungefaehr als „Vereint euch rennend!“ uebersetzt.

Aber es gehen mir schon einige Sachen wieder auf die Nerven; Das Leben hier scheint mir nach einer Weile immer so brutal, vermutlich auch weil es bei vielen am Rande der Existenz ablaeuft und es kein Bedarf an, denn keine Zeit und kein Gefuehl fuer Ruhe und Unversehrtheit gibt. Ununterbrochenes Gehupe und Hundegeklaeffe, das staendige Klopfen der „Busfahrerassistenten“ an die Buswand, der Fernseher als notwendige Geraeuschkulisse im Hintergrund und irgendwann auch das Gesinge der Kirchenlieder zehren an meinen Nerven und ich moechte eine Nacht durchschlafen ohne das Gefuehl zu haben, ich laege auf der Haupt-Rollbahn des Flughafens Franz Josef Strauss, weil wir an einer der Hauptstrassen Tegucigalpas wohnen. Ausserdem wohnt jetzt auch die Grossmutter hier, weil sie Alzheimer hat, was sehr tragisch fuer sie, aber auch fuer alle anderen ist. Sie ist die Erzchristin und nervt alle unglaublich mit Bibelspruechen und Ermahnungen, Belehrungen und Fragen, ob man diesen Spruch oder jenen Psalm schon auswendig gelernt hat, ob man Christo schon in sein Herz eingelassen hat usw...das schlimme ist, dass sie sich halt nicht daran erinnert, dass wir das alles schon zigmal durchgekaut haben und deshalb kommt sie jeden Tag mit exact den gleichen Dingen von neuem an, was mich echt anstrengt.

Andererseits gibt es immer noch so viele Leute, die ich sehen, Dinge, die ich hier machen und dem Max zeigen wollte, dass es mir ziemlich knapp vorkommt, naechste Woche schon wieder weiterzufahren, aber die Zeit draengt. Der Abschied von meinen Freunden wird auch ziemlich bitter, weil ich tatsaechlich nicht weiss, wann ich wiederkommen werde und es sehr unwahrscheinlich ist, dass einer von ihnen mich besuchen wird.

Am 19. Mai muss ich in Ulm sein, weil ich mich kurzerhand fuer den MTS (ein Test, der bei Bestehen die Chancen, an baden-wuettembergischen Unis angenommen zu werden, vergroessert) angemeldet hab, nachdem mich die Johanna mit Info ueber das Medizinstudium versorgt hat. Eigentlich wollte ich nur gucken, was die bei der Anmeldung so wissen wollen und schon hatte ich das Formular abgeschickt. Das heisst, dass ich es wohl ernst meine mit der Medizin und ihr mich spaetestens Anfang Mai wieder sicher um euch habt. Irgendwo bin ich froh um einen Zeitrahmen und auch, dass er (in meinen Augen) ziemlich knapp ist, denn es ist auch anstrengend. Wir liegen extrem zurueck in unserem urspruenglichen Zeitplan, was ok ist, weil wir dafuer ja laenger irgendwo anders war, aber letztendlich wird leider sehr wenig Zeit fuer Suedamerika uebrigbleiben, sodass ich auch dorthin zurueckkehren wollen werde.

Heute faengt mein zweites von 4 Jahren Probezeit mit Fuehrerschein an, obwohl ich schon allein in Neuseeland ueber 5000 km gefahren bin, mal ganz abgesehen davon, wie oft ich schon meine Eltern nach Oberaudorf und zurueck kutschiert hab und wenn man bedenkt, dass ich mir schon meinen internationalen Fuehrerschein hab klauen lassen!!

Ich hoffe, ihr macht euch ein paar gemuetliche Feiertage und habt einen guten Rutsch ins neue Jahr und bitte verzeiht, dass ich es nicht geschafft hab, euch das auf Papier zu wuenschen

Viele liebe Gruesse und den ein oder anderen Kuss,

Clara

















(2 Mal Oaxaca, das Kulturzentrum mit Ursula und 2 Mal Honduras: Santa Lucia mit Aminta)

05 Dezember 2006

 

USA

Zoltan (gaaaanz hohes Tier bei AFS) und seine deutschsprachige WG in Berkeley (einer Studentenstadt bei San Francisco) hat uns sehr freundlich aufgenommen. Zoltans erster Komentar zu Max war "cool, voll der Jesus" und er bezog sich wohl auf Max' Bart, der zu dem Zeitpunkt 3 Monate lang keinerlei Klinge gesehen hatte (was wohl auch dazu beigetragen hat, dass er bei der Einreise erstmal rausgeholt und einer zweiten Befragung unterzogen wurde, bevor Zoltans Verbuergung fuer ihn dazu beigetragen hat, dass ich nicht in der Ankunftshalle verzweifelt bin). In den naechsten Tagen kam er dann auch ab, der Bart und ich wusste nicht , mit wem ich reise, denn Max hat extrem abgenommen und vor mir stand kein Baer mehr, sondern ein hochgewachsener Juengling.
In den naechsten Tagen haben wir verschiedene Ausfluege an der Kueste gemacht und sind einmal in der San Francisco Bay Segeln gewesen. Fuer koestliche Abendessen hat Papa Zoltan wunderbar gesorgt.

Versuesst wurde uns die Zeit mit der Anwesenheit von Max' Freund Nikki, den er ueber AFS in Mexico kennengelernt hat und der gerade sein FSJ (Freiwilliges soziales Jahr) in South Dakota (bei AFS, oh Wunder) hinter sich bringt und uns besuchen kam (Foto!). Gemeinsam sind wir durch San francisco gelaufen und haben auch Alcatraz, das Hochsicherheitsgefaengnis (Foto), angeschaut, was ziemlich gut war, denn die Audiofuehrung, die im Preis mitinbegriffen ist, ist sehr gut gemacht und erinnert an eine Kassette von den 3 ???, die man aber selbst mitverfolgen kann.
Mit Nikki und der WG sind wir dann ein Wochenende durch wunderbare Herbstlandschaft nach Portland, Oregon gefahren, wo ich den Genuss hatte, meine liebenswerte Grosstante Anita (Foto) und ihren Mann Marvin zu besuchen, die ich seit 8 Jahren nicht mehr gesehen hatte. Es war sehr interessant, Geschichten ueber meinen Grossvater vaeterlicherseits zu hoeren und darueber, wie es fuer meine Grosstante war, mit 17 Jahren alleine in die USA auszuwandern. Aber auch hier war mir die Zeit natuerlich nicht genug!

Nachdem Nikki wieder abgeflogen war, sind Max und ich nach L.A., wo wir zuerst Korbinian gesuchten, der gerade sein Auslandsjahr mit AFS im Orange County verbringt. Er hatte uns eine Familie organisiert, die uns in ihrem riesen Haus mit Pool, Jacuzzi und 2 wurschtartigen Hunden offenherzig aufnahm. Korbi ist zum Glueck noch genauso durchgeknallt wie liebenswert wie wir ihn auf Deutschland weggeschickt haben udn gibt sich alle Muehe, Ami zu werden und so hat er uns einen Tag lang stolz durch seine High-School geschleust, was fast eine AFS-Erfahrung an sich war...ziemlich unuebersichtlich so eine Schule mit 2000 Schuelern! 'The O.C.' ist sehr aesthetisch, waer aber nichts zu leben fuer mich, sorry Korbi!


Danach haben wir unsere liebe Freundin Anais besucht, und es war so schoen, sie wiederzusehen! Wir haben sie ein paar Tage lang begleitet, sind mit ins Restaurant gegangen, in dem sie arbeitet und waren 2 Tage in der Uni, wo wir Franzoesisch und Italienisch mitgelernt haben, denn sie studiert Sprachen. Dort haben wir ihre Freundinnen kennengelernt und mit ihnen sind wir ans Meer gefahren. Bei Sonnenuntergang haben wir zufaellig einen Delphin springen sehen...Holywood und Universal City hat und die Anais auch noch gezeigt, was ganz witzig war, aber ohne Anais haetten wir uns vermutlich gelangweilt.
Ansonsten fanden wir L.A. als Stadt nicht sehr sehenswert; das Hauptproblem ist, dass es so schwer ist, sich zu bewegen, weil es sich so viel land erstreckt und der oeffentliche Transport katastrophal ist. an einem Tag sassen wir in 17 verschiedenen Verkehrsmitteln! Allergings ist es auch ganz spannend die ganzen Leute zu beobachten, so viele Latinos, die um sie Wette quatschen und viele Schwarze, die einfach lauthals in der U-Bahn singen oder rappen...

Zurueck nach San Francisco sind wir mit dem Zug an der Kueste entlang und hatten noch 2 schoene Tag in der WG mit einem 2. Thanksgiving Truthahn und sogar Karaoke am Abend des Abschieds!

 
Ich schulde euch wohl noch ein bisschen Neuseeland. Hier sind sie endlich, meine missglueckten...

Landschaftsbeschreibungen und Gedankenschnippsel

Es gab viel kalten Regen trotz Frühlingserwartung
Besonders am Anfang war die Landschaft oft nur braun, viel gelb und manchmal nur blasses rosa; dann ab und zu krachertes Pink an Blueten am Strassenrand (wenn wir mal durch ein Dorf fahren) und vorsichtiges Gruen an den Spitzen von Bäumchen.
Unzählbare tote Eichhörnchen, Hasen und noch mehr Opossums, die hier eine regelrechte Plage sind, liegen auf der Fahrbahn und locken den ein oder anderen Aasfresser, meist ziemlich grosse Vögel, auf die Strasse. Es ist traurig und wenn man weiss, wie weich das Fell der Tiere ist, möchte man sie am liebsten nochmal streicheln, aber die grosse Anzahl an toten Tieren zeugt ja von einer noch größeren Anzahl von lebenden, also ist es schon nicht mehr so schlimm.


In Japan kamen mir die Leute manchmal sehr kontrovers vor: einerseits haben sie sich nicht mal getraut "Entschuldigung" zu sagen, wenn sie auf der Rolltreppe an dir vorbei wollten, andererseits kommt man in die renomiertesten Restaurants hinein, nur um angebruellt zu werden, sobald man ueber die Tuerschwelle tritt. die Toiletten haben Apparate instaliert, die die Klospühlung simulieren, nur damit man das Pinkelgeräusch nicht hört und dann laufen in der Fußgängerzone lauter 15-Jährige Mädchen in Dienstmädchen-Verkleidungen herum, deren Röcke sehr knapp sind, und lassen sich posierend von lüsternen älteren Herren fotografieren.
Hier dagegen ist die Landschaft extrem (in unserem Wohnwagen haben wir wenige Neuseelaender kennengelernt...), denn es scheint keine Übergänge, Kompromisse zu geben, ich hab das Gefuehl Purheit und groesstes Chaos herrscht die ganze Zeit; die Bergrücken reihen sich hintereinander, sehen neblig aus und sind doch gestochen scharfe Umrisse, jeder einzelne. sanftes grünes Weideland mit Schafen soweit das Auge reicht, und wenn man sich umdreht steile Klippen gegen die ein tosendes Meer wütend anrauscht, nur angekuendigt durch einen Wind, der die letzten 50 km schon an unserem Wagen rüttelt und ihn hartnäckig versucht, von der Strasse zu schubsen.
oder nach einem Augenblinseln sind die Nebelschwaden, die einem den Morgen verdüstern, ausgetauscht gegen eine unerbittliche Sonne und damit ein dreckiges Meer mit schwarzem Sand gegen einen blauen Strand.
Schneebedeckte Fiorde greifen durch senkrecht abfallende Felswände, die noch mit dichtem Buschwerk bewachsen sind, in die stille, schwarze See hinaus.

Fuer alle, die Oberaudorf kennen:

Kehrt man dem Meer den Rücken und fährt 2, 3 Km ins Land, denkt man, man sei in Ebbs, im Inntal. Das erste Mal sind die Kühe nicht wie bisher in einer Landschaft, die von Playmobil (womit ich nie gespielt hab) erschaffen scheint, einheitlich lackiert in einer der Farben schwarz, weiß oder braun und stellen sich an einem unübersehbaren Ort (sie bevorzugen Bergrücken) repräsentativ auf, sondern sie sind gefleckt und liegen gemütlich auf der Wiese rum. Vor einem baut sich der 3. und 4. Kaiser auf und die frischen Felder. Nur sind die schoenen Haflinger hier dunkel braun und wenn man den Kopf dreht, glitzert dort, wo man den Inn vermutet, das Meer bis zum Horizont.

Bei unseren Wanderungen war es ab und zu sehr frustrierend, solch ästhetische Perfektion hinter den Massen von weißer Feuchtigkeit zu wissen, wenn man die Wonne, die Landschaft anzusehen, schon hatte. Sie lässt einfach nichts zu wünschen übrig: Seen, Wind, flaches oder hügeliges Grasland mit friedlichen Tieren (darunter gerade sehr viele Jungtiere), runde Hügel, braune, rote und orange Berge, Felswände. alles was das Naturherz nur begehren kann.
wir haben uns auf der Suedinsel einen Wanderfuehrer gekauft und haben viele kleine und ein paar grosse Wanderungen gemacht, was wir sehr genossen haben. Manchmal kommt man einem Land nur so naeher, gerade wenn man mit den Leuten nicht richtig in Kontakt kommt.

Es war aeusserst schmerzhaft, "unseren Wicked" am Ende wieder abzugeben, weil er wirklich ein kleines gemuetliches Zuhause geworden war und wir auch schon rutiniert darin waren, auf einer Gasflamme zu kochen (wenn wir uns nicht von Muesli mit H-Milch oder Muffins ernaehrten) und aus einer Kuehlbox mit Eiswuerfeln immer wieder eine "Tiefsee" zu machen, in denen unsere Joghurts oder Nudelsaucen schwammen. ausserdem haben wir festgestellt, dass man sich in einem Monat auch nicht haeufiger als 5 oder 6 Mal zu duschen braucht.

Abgesehen von diesen ganzen schoenen Erinnerungen hab ich auch noch ein paar ziemlich unangenehme auf Lager, die sich um Behoerden und Buerokratie drehen, weil ich doch einen neuen Pass beantragen musste und weil dieser temporaer ist, musste ich zusaetzlich ein kostspieliges US-Visum beantragen, was mir noch mehr Scherereien einbrachte. Ohne Max' Unterstuetzung und Einsatz saesse ich vermutlich immer noch heulend in Neuseeland. jetzt dagegen hab ich einen gruenen Pass im Gegensatz zu euch allen (der die schrecklichsten Fotos enthaelt, die je von mir gemacht wurden) und ich kann die naechsten 10 Jahre immer wieder umsonst fuer 6 Monate in die USA; Juhu! eine der wenigen Sachen, die ich fuer diese Periode meines Lebens sicher nicht geplant hatte.

07 November 2006

 

USA - Westkueste





Mit den netten Freunden und Verwandten und den irren Herbstfarben in Oregon. Das Gefaengnis das beruehmte Alcatraz gleich bei San Francisco. Liebe Gruesse!
ach und das letzt Bild ist natuerlich noch aus Neuseeland. Milford Sound, fuer die die wissen, was das heisst.
und ich hab noch vor, mehr zu schreiben, auch ueber Neuseeland, aber so eine Fuelle an Eindruecken sind schwer kurz zu fassen, ueberhaupt schwer zu beschreiben.
euch alles Gute
c

31 Oktober 2006

 

Neuseeland also









das ist unser "Wicked Camper"

30 September 2006

 

Wir sind so gross - wir sind so klein

Ich fahre einen "Camper Van", zu deutsch einen Wohnwagen, aber einen ohne Dusche und Klo, nur ein kleines Waschbecken und eine Liegeflaeche, die drunter ziemlich viel Stauraum hat und man kann auch einen Tisch daraus bauen, aber das haben wir bisher noch nicht gemacht; wir sind schon 6 Tage damit unterwegs und es ist sehr kalt. Wir sind begeistert von der schnell wechselnden Landschaft, Vegetation, nur leider ist das Wetter auch sehr wechselhaft und entscheidet sich dann in den unpassendsten Momenten (wenn wir ohne gscheiten Regenschutz auf Wanderungen sind zum Beispiel) doch fuer Sintflutregen. Was wir bisher gesehen haben, ist schon nicht mehr aufzuzaehlen, aber gerade haben die Wolken "Mordor" wieder verschlungen, fuer alle, die wissen, dass das ein Schauplatz aus "Herr der Ringe" ist. Warme Quellen, saure, heisse Fluesse, Wasserfaelle und Vulkane haben wir schon hinter uns gelassen.
Ich fahre links und sitze rechts. Einfach so. Erst aus dem Parkplatz raus, dann ein paar Kreuzungen, manchmal frage ich den Max, ob ich die richtige Spur nehme, aber wir fahren ueberland und sehen schon allerhand (schoene Gruesse von Pumukel). Hamilton war nicht sehr spektakulaer, aber wir sind am Fluss aufgewacht, was schoen war und auf der Fahrt nach Rotorua und Umgebung tolle Sicht auf verschiedene Seen und Vegetationen gehabt, denn hier scheinen sehr veschiedene uebergangslos aneinander anzugrenzen. Den einen See wollten wir umrunden und ich frag mich noch so ganz naiv, was eigentlich "Gravel Road" heisst, denn das Schild sah so nach Baustelle aus, dann erfahren wir es schon am eigenen Leib, oder besser gesagt am eigenen "WickedCamper". Zum Glueck hat er so gut wie keine Federung! Von dem Schild an, war ich dann froh ueber jedes Verkehrsschild, auch wenn es nur gelb ist und eine Kuh darauf ist, denn nach eine Kuhherde mit motorisertem Schaefer und Schaeferhunden, ist das nach einer halben Stunde zumindest ein Zeichen von Zivisilation. Davor nur grosse Weite, sofern es das gibt, gruene, weiche Huegel bis zum Horizont, nur durchbrochen von hunderten von weissen Flecken: Afro-schafen. Es erinnert an Skandinavien (obwohl wir noch nie dort waren) und doch auch irgendwie nicht; es scheint magisch. Eine Stunde lang 23 km pro Stunde, ab und zu mal 25 oder sogar 27 gefahren, waehrend Max die Sonne als Kompass benutzt. Bin schon ziemlich an ihn gewoehnt (ja, an den Max sowieso), faehrt schliesslich wie ein Diesel, also nicht nur im ersten und zweiten Gang an, sondern auch im dritten und ob es auch im vierten geht, muss ich noch rauskriegen. Ausserdem nehmen die Rufe von links "Vorsicht: Links! LINKS!!!
Wir freuen uns ueber so viel Freiheit, ein gemuetliches Bett und die Moeglichkeit, unsere Sachen endlich wieder ungeordnet in einem Raum verteilen zu koennen, unser eigener Herr mit eigenem Herd zu sein. Hehe, Prometeus spielen. Nur der Benzinpreis schraenkt uns ein bisschen ein, aber nachdem die Tankanzeige sowieso voellig spinnt und wie jedes Mal verschieden viel in den leeren Tank pumpen und wir es letztlich eh nicht aendern koenen, ist das zweittangig. Coldplay und Dido ganz laut in unseren Ohren. Jede Kleinstadt kommen noch ein paar Stimmen mehr dazu: Tracy Chapman, Bob Marley, Lauryn Hill...

was ganz und gar nicht schoen war, ist dass sie mir in Rotorua meine Handtasche mit fast allem drin geklaut haben. aus dem Auto raus, das nicht abgeschlossen war, weil wir auch direkt daneben (ca 20 meter) auf den Schaukeln eines Spielplatzes geschaukels sind. war echt ein riesen Schock, der mir noch im Kopf rumschwirrt
einerseits natuerlich der matierelle Verlust, der nicht gering war, aber mehr gerade die Dinge, mit denen diese Arschloecher garantiert nichts anfangen koennen, mein Zeichenblock, in den ich die Sydney-Oper aus allen moeglichen Blickwinkeln und den Max am Strand mit Bart in Malaysien gezeichnet hab, unsinnige Listen ueber lustige Dinge, typische Clara-Gedankengaenge und Kritzeleien, die nur mir etwas bedeuten; ausserdem war er aus dem Shop des Musuems fuer Islam in Kuala Lumpur, direkt neben der National Moschee...der gruene Bikini, ueber den ich mir vor dem Kauf so den Kopf zerbrochen hab, mein kleines Taschenmesser, das ich alle 20 min. vermisse, die homoepatischen Kuegelchen, die mir meine Mutter gegeben hatte, die Kette, die mir die Schweizerin geschenkt hat, die Tasche selbst, die so ein gutes Andenken an Singapur war und der Karabiner, um den ich in Bangkok so gefeilscht hab und an den ich meine Flipflops gehaengt hab, wenn ich barfuss oder ins Wasser gegangen bin. die Sonnencreme, die ich bei meiner Surfschule gekauft hab usw. ganz zu schweigen, vom MP3-player, den ich jetzt nicht vermisse, weil wir im Auto CDs haben, aber den ich vermissen werde auf den ganzen kommenden Busfahrten...die Empoerung und das Unverstaendis diesen jungen Menschen gegenueber, die wenig aelter sind als wir, die uns gesehen haben, uns auf dem Spielplatz rumbloedeln gesehen haben und noch lachten...Wut darueber, dass wir jetzt so lange zoegern, wenn wir Tramper am Strassenrand sehen, bis wir zu weit weg sind, und das, weil wir nicht mehr genug Vertrauen haben. Wut ueber die ganzen Scherereien, die ich jetzt mit den verschiedenen Botschaften hab, weil ich kein einziges Dokument mehr habe, noch irgendeine Moeglichkeit an Geld zu kommen, ausser durch den Max.
die Hilflosigkeit macht so wuetend und die Vorstellung, dass sie vermutlich alle meine Sachen verbrennen. Meine Dokumente! Ich kann doch nicht mal in ein Taschenbuch ein Eselsohr machen! Grr.
aber andererseits hab ich jetzt nichts mehr, was ich verlieren kann, was auch ein neues Gefuehl ist! nur meine Kamera hab ich zum Glueck noch, weil ich den Max auf der Schaukel fotografieren musste...jetzt gibt es also noch eine Chance, dass ihr irgendwelche Fotos von mir seht, aber ich weiss: ihr habt die Hoffnung schon laengst aufgegeben!
soweit erstmal, jetzt muss ich los, weil der Max schon so lange auf mich wartet. Dass wir trotz oder vielleicht auch wegen der Verzweiflung gestern gleich Fallschirm springen waren, erzaehl ich euch dann naechstes Mal...
Alles Liebe aus Neuseeland oder wahlweise Mittelerde!
eure Clara

18 September 2006

 

Kulturschock Sydney

Ploetzlich sehen die Leute wieder alle "westlich" aus und die Klos sind sauber (und auch wieder "westlich") und haben Klopapier. Alles ist ein bisschen so wie daheim, nur lassen sich alle Schloesser komischerweise durch eine Schluesseldrehung "in die andere Richtung" oeffnen.
Sydney erinnert mich vom Stadtbild am ehesten an eine Mischung aus London und Portland, Oregon, falls ich mich noch richtig daran erinnere. zwischen den ganzen neumodischen Gebaeuden, die netterweise groessenteils keine Bausuenden sind, steht immer wieder eine alte Backstein-Kirche, Reihenhaeuser mit aufwendig verschnoerkeltem Gelaender oder ein 4-stoeckiges Einkaufszentrum im feinsten Jugendstil! und dann ist da noch diese komische Gebaeude am Hafen, weiss, mit Zacken, hat irgendwas mit Musik zu tun...
Die Luft ist frisch und mit der Luftfeuchtigkeit schwindet auch meine Braeune schon wieder, wie es scheint. Aus den Tropen in den Fruehling zu reisen fuehlt sich komisch an, auch wenn der Fruehling hier nicht vergleichbar ist mit dem deutschen. die Sonne ist tagsueber extrem stark, gleich am ersten Tag waren wir sogar schon im Meer, wenn auch nicht weit, weil die Wellen so stark sind. Und trotzdem wird es abends und im Schatten erstaunlich kalt. das erste Mal auf der Reise war ich froh ueber warme Duschen.
Vielleicht bekomme ich gerade jetzt heimweh, weil die Menschen euch physisch zumindest so aehnlich sind oder weil es auch von der Umgebung her "Zuhause" sein koennte, es aber einfach nicht ist. Oder weil weibliche Gesellschaft nach einer gewissen Zeit einfach nicht mehr unabdingbar ist, genauso wie eine Umarmung...


2 Tage spaeter sind wir schon fast alles abgelaufen, was es innerhalb des Stadtzentrums so zu sehen gibt und ich geniesse es sehr, in der Frueh alleine mit dem Bus und Musik in den Ohren an den Strand zu fahren, wo ich dann eine meiner 3 Surfstunden nehme, denen ich nicht wiederstehen konnte. Das ganze macht viel Spass, auch wenn ich noch nicht sehr viel stehe, aber immerhin hab ich schon 2 Wellen richtig genommen, was echt ein tolles Gefuehl war. Morgen ist erstmal die letzte Stunde, was auch nicht schlecht ist, denn das Wasser ist sehr kalt (deshalb ist der Kurs auch nicht so teuer..."Winterspecial"). das einzig schlechte am Surfkurs ist, dass meine zwei wunderschoenen Hennatatoos (linke Hand und rechtes Bein), die ich mir gezielt am letzten Tag in Singapur hab machen lassen, damit sie moeglichst lange halten, schon total verblichen sind, weil ich die ganze Zeit im Wasser auf dem Board rumhaenge...
In unserem Backpacker Hostel koennen wir kochen, was viel Spass macht, obwohl es mir immer schwer faellt, so hungrig nach den anstrengenden Tagen noch zu warten, bis das Essen fertig ist, wo einem doch vor der Tuer hundert fertige Essen harren...
Auch die Unkompliziertheit einer westlichen Stadt und bekannter Systeme und Sprachen schaetzte ich gerade sehr und die paar Stunden selbstbestimmter Einsamkeit. Es ist echt wichtig, ab und zu ein bisschen allein zu sein, sich nicht immer absprechen zu muessen, einfach das machen, wonach einem gerade ist, gerade wenn es "nichts tun" ist

Ach, so gerne wuerde ich euch noch die Fotos zeigen, aber ich hab es jetzt schon so oft versucht und es hat immer noch nicht funktioniert, leider. aber ich sag euch, das kommt noch! Wenn ihr ganz ungeduldig seid und auch noch einen Bericht aus anderem Blickwinkel sehen wollt, guckt doch mal auf Max' Blog: www.max-reist.blogspot.com

habt es gut!
eure Clara

15 September 2006

 

Bangkok 2

Soo, jetzt sind wir schon wieder weiter, bzw zurueck in Singapur, denn von hier geht morgen Abend unser Flug nach Sydney. Wir freuen uns auf bisschen kuehleres Wetter, weil in Bangkok und hier die Schwuele erdrueckend ist und trotz des Regens, den wir gerade und in den letzten Tagen oft hatten, nicht abnimmt. Fruehling schnuppern wird sicher schoen.

Von Bangkok zu erzaehlen, faellt mir schwer. Die Stadt begeistert und ueberfordert anscheinend jeden gleichermassen;
Irgendwie ist es toll und irre gross, der Verkehr scheint ueberall 4-spurig zu sein und es quetschen sich immer noch 3 Tuktuks und 5 Motorraeder durch die Autoluecken durch, ziemlich moerderisch. Alle 3 Meter stehen fahrbare Staende, die entweder 4 verschiedene Nudelarten mit Kohl oder Sujasprossen und Fruehlingsrollen anbieten, oder frisch gegrillte Fleischspiesschen, Pfannkuchen thailaendische Minipfannkuchen, frisch gepressten Orangensaft, Kebap oder auf Eis gelagerte Fruechte: ganze Cocosnuesse, Mango, Bananen, Wassermelonen, Papaya und vor allem die beste Ananas, die ich je gegessen hab, weshalb Ananans zum Hauptnahrungsmittel erklaert wurde (1-3 Stueck pro Tag). Das (Strassen-)Essen werde ich echt vermissen!
Jede 3 Strasse scheint ein Markt zu sein, wo man jegliche Kleidungsstuecke, Taschen aller Art, Groesse, Form und Farbe und wunderbaren Schmuck fuer sehr wenig Geld bekommt. Das Angebot hat mich echt umgehauen, aber es ging schon so weit, dass ich mich "weil alles so guenstig ist" fast dazu verpflichtet gefuehlt hab, sehr viel einzukaufen und unter einen nicht mehr angenehmen Kauf-Druck geraten bin, weshalb ich jetzt auch froh bin, wieder weg zu sein. Das Paket, das ich heim geschickt hab, ist sowieso schon ueberschwer gewesen, dagegen mein Konto sehr erleichtert...
Anstrengend an Bangkok sind noch die Taxi- und Tuktukfahrer, die einen die ganze Zeit irgendwo hinfahren wollen. Komisch war, dass uns einer fuer wenig Geld zu verschiedenen Tempeln fahren wollte, er uns aber zwischendurch zu einem Juwelier und einem Schneider gefahren hat, bei denen wir natuerlich nichts gekauft haben und er dann, als wir aus einem Tempel wieder rauskamen, ploetzlich weg war, ohne dass wir gezahlt haetten. Wir vermuten, dass er vielleicht Provision bei den Laeden bekommen haette, und er deshalb so wenig Geld fuer die Fahrt wollte...aber sicher sind wir uns nicht. Spaeter sind wir nochmal Tuktuk gefahren, als wir vollbepackt und voellig erschoepft aus dem Wochenendmarkt rauskamen und der junge Fahrer sah Leonardo Dicaprio unglaublich aehnlich, nur eben auf Thai, was der rasanten Fahrt ihren Schrecken ein wenig genommen hat.
Einen Tagesausflug haben wir nach Ayutthaya unternommen, einer Stadt 70 km noerdlich von Bangkok, die mehr als 400 Jahre die Residenzstadt der Koenige und damit die Hauptstadt war, bevor es Bangkok wurde, als die Burmesen sie nach mehrmaligen Misslingen doch erobert und fast ganz zerstoeren konnten. Wir haben viele Ruinen und ein paar intakte Tempel besichtigt, was sehr interessant war; man ahnt, wie riesig und schoen es mal gewesen sein muss und wir haben uns an Mexico erinnert gefuehlt, weil viele Anlagen pyramidenmaessig zugespitzt waren und wir auf manche hochsteigen konnten...wir damals, als ich Max in Mexico besuchte...
Nett waren auch die Japaner, die wir getroffen haben; wir fuehlen uns echt verbunden mit ihnen seit unserem Aufenthalt in Japan und schaetzen ihre Liebenswuerdigkeit und ihren Humor sehr!
Auch in Bangkok haben wir uns einige Tempel angesehen, die sehr schoen waren; es ist immer wieder erstaunlich, wie viel Arbeit und Geld die Menschen in ihre Heiligtuemer stecken; unglaublich filigrane Arbeiten aus Gold und Perlmutt und Porzelan und Steinen und Muscheln und Bemalungen haben wir gesehen und auch den beruehmtesten liegenden Buddha inmitten der groessten Buddhasammlung der Welt.



Die typische Thaimassage konnten wir uns aus Neugier nicht entgehen lassen, aber ganz ueberzeugt waren wir leider nicht. Vorher hatten wir gehoert, dass sie schmerzhaft sein kann, was sie auch manchmal ein bisschen war, aber wir neu geboren hab ich mich danach nicht gefuehlt, was ich irgendwie erwartet hatte...und meine 3 Kilo, die ich auf der Reise schon zugenommen hab, sind auf wunderliche Weise auch immer noch da!
Sehr genossen haben wir, dass uns die Schweizer Carole und Stephan nach Bangkok gefolgt sind, die wir ja schon in Malaysia kennengelernt und mit denen wir uns auf Ko Tao verabredet hatten, um die Insel und abgelegenen Straende mit gemieteten Mopeds unsicher zu machen.
Auch hier haben wir alles gemeinsam gemacht und als das Shoppen den Jungs zu sehr auf die Nerven ging, haben wir uns fuer 2 Stunden getrennt und sie sind einmal durchs Rotlicht-Viertel gelaufen und konnten alle Angebote, sich "Pussy-Pingpong" anzusehen, ausschlagen durch die Anwendung verschiedenster Abwehrtechniken, zum Beispiel "What's pussy???"...
Dass die Welt ein Nest und Bangkok einer DER Treffpunkte fuer Traveller ist, erkennt man nicht nur an der Anzahl an Westlern und Japanern, denen man begegnet, und den ganzen auf Touris ausgerichteten Lokalen, sondern auch wenn man einer Freundin aus Muenchen einfach in einem Geschaeft begegnet, was mir tatsaechlich passiert ist. War schon schoen, ein bekanntes Gesicht zu sehen und ueber Muenchen zu reden, denn grad in mueden Momenten, vermiss ich euch und "Zuhause" sehr und ich denke wahrscheinlich wesentlich mehr an euch, als ihr ahnt. Auch, dass in Bayern die Schueler wieder auf ihren Stuehlen sitzen und ich nicht mehr dabei bin, ist ein komisches Gefuehl; nicht einmal nur ein gutes.

So, dann lass ich das mal genug sein und geb mir Muehe mit ein paar Fotos.
Macht's gut
Clara

10 September 2006

 

Bangkok ist gigantisch

Heute ist Weihnachten.
Wir haben ein Doppelbett, das bedeckt ist mit frisch erstandenen Sachen, denn heute war nicht nur der buddhistische Feiertag des Gluecks, sondern auch Wochenend-Markt. Ich habe hier an einem Tag soviel gekauft wie in meinem ganzen Leben noch nicht in 6 Monaten. Die Auswahl (an Travellern uebrigens auch) ist einfach unglaublich.
Also freut euch auf eine orientalische Clara, wenn ich wieder zurueck bin!

Ach, und nehmt nie den Nachtzug von Chumpon nach Bangkok, zumindest keine Sitzplaetze zweiter Klasse, denn es ist schrecklich.

Aber die Insel Ko Tao ist herrlich, wenn man ein ruhiges Plaetzchen findet, auch bei Vollmond, selbst wenn auf der Nachbarinsel die groesste Strandparty der Welt stattfindet. Der Max zum Beispiel gibt sich dann einfach mit dem Stephan auf Ko Tao die Kante und alle haben mindestens genauso viel Spass wie die Mondsuechtigen gegenueber. Vor allem am Morgen danach...
Sehr lustig war noch, dass wir uns zu viert 2 Mopeds geliehen haben und zu den einsameren Straenden ueber die abendteuerlichsten Strassen geduest sind.
Ausserdem war ja Max' Geburtstag...leider ist er nicht sehr feierlich ausgefallen, weil wir uns am Abend vorher schon mit dem starken malaysischen Bier betrunken haben und dann mit mehr oder weniger starkem Kater die Reise nach Krabi angetreten sind. Aber zumindest eine bunte, nicht gutschmeckende Miniatur-Torte konnte ich zum Fruehstueck besorgen. Als die 20 kleinen Kerzen drauf waren, sah man fast keinen Kuchen mehr und hatte das Gefuehl, dass sie schon komplett in Feuer aufgegagen ist...

Aber fuer heute ist die Message Bangkok mit Tucktucks und Maerkten rocks, nur muesste die Schrift noch paillettenbesetzt oder zumindest mit ein paar Goldfaeden durchzogen sein.

Hab Hoffnung auf Fotos...mal gucken!
Und falls ihr euch wundert: mir wurde gesteckt, meine Blogeintraege seien zu lang. Stimmt schon, aber mir dient es ehrlich gesagt auch ein bisschen als Tagebuch. Vielleicht wird es mit Bildern wieder kuerzer oder spannender oder auch nicht...

Alles Liebe von der kaufberauschten Clara

PS: hab auch die Farben hier grad entdeckt, falls ihr es noch nicht gemerkt habt...

04 September 2006

 

Die Zugfahrt

Im ununterbrochen hupenden Zug gefahren. Nix passiert. Nur gegessen, eng gesessen, gelesen: begeistert vom Thailand-Fuehrer, absorbiert vom Roman, der in Deutschland und Italien spielt, mit schlechtem Gewissen. Bananenstauden draussen, braune Fluesse und selbstgezimmerte Huetten, Maerkte auf Lehm, alles nur aus dem Augenwinkel. Licht und Wolken (-spiele) an 2 Enden des Horizonts.

Ploetzlich kuehlere Luft, nasser Teer vor den Fenstern, bisschen Einsamkeit hier drinnen.
Der Zug hupt, eine Kuh steht an der Leine im Garten, Kampfhunde mit zerbissenem Fussball auf provisorischem Sportplatz.
Ziehen im Bauch; Hunger?
Hat Yai, Thailand!

01 September 2006

 

Malaysia: von KL nach Peneng

Malaysia ist uns, das muss ich leider sagen, immer noch fremd. das heisst nicht, dass es nicht interessant ist, ganz im Gegenteil; es scheint so vielschichtig und facettenreich, das wir nie ganz bis zum Boden eintauchen koennen, wenn es tatsaechlich um "die Kultur" geht, vielleicht auch einfach weil sie als solche Einheit gar nicht existiert...
es gibt hier so viele Ethnien (Malaien, Chinesen und Inder, mittlerweile auch immer mehr Pakistani und Nepalesen) und damit so viele verschiedene Reliegionen (Hinduismus, Taoismus Islam, Sikhs, Christentum und Buddhismus), die mit- aber auch viel nebeneinander leben. Wie ganz selbstverstaendlich (schoen waer's, wenn uns das nicht als Widerspruch erscheinen wuerde) liegen hier immer die Moscheen, die buddhistischen (verschiedene Arten!) und indischen Tempel neben einander, manchmal steht auch noch eine Kirche daneben, und die meisten Leute, mit denen wir in Kontakt kommen, koennen Englisch, Malay, und dann entweder mindestens 2 (bis zu 5) chinesische Dialekte oder indisch dazu. das heisst, wenn wir wieder mal nach dem Weg fragen, koennen wir uns nie sicher sein, in welcher Sprache es eigentlich angebracht waere und wir koennen auch nicht, so wie in Japan, bestimmte Floskeln auswendig lernen und diese frohgemut immer anbringen, weil unser Gegenueber sie nicht unbedingt verstehen muss. Diese vielen verschiedenen Kulturen machen das Essen umso abwechslungsreicher, was wir natuerlich sehr geniessen.
Ausserdem scheinen die hier fast alle Landschaftsformen zu haben: von der Gross- und Hauptstadt KL sind wir ja erstmal in den Dschungel, der meinen Vorstellungen vom Amazonas sehr aendelte, danach waren wir auf den paradiesischen (Inseln) Pulau Perhentian (wo uebrigens auch der Film "The Beach" gedreht wurde) und anschliessend sassen wir bei ca 10 Grad und einem "cup of tea" im landwirschafltichen Zentrum Malaysias namens "Cameron Highlands", wo so gut wie jede Frucht und jedes Gemuese, das es in Malaysia und Singapur zu kaufen gibt, wuchs. Dort haben wir eine Teefabrik besichtigen koennen und kraeftig Tee eingekauft und waren im Anschluss nochmal im Urwald spazieren, allerdings in einem viel kaelteren und feuchteren, in dem uns dann noch einmal der Regen den Regenwaldes ueberraschte; aber hier gibt es zum Glueck auch wieder warme Duschen...

Aber jetzt zurueck zum ersten Dschungel (welcher uebrigens der aelteste der Welt ist, weil er angeblich noch nie zerstoert wurde, nicht einmal von der Eiszeit soll er Schaden genommen haben... ), dem Taman Negara Nationalpark. In dem Touri-Dorf nach einer wunderbar entspannenden Fahrt auf einem dieser lehmfarbenen Fluesse angekommen, entschlossen wir uns kurzerhand am naechsten Tag einen 3-Tage, 2-Naechte-Tour durch den Urwald mit Fueher mitzumachen.
Die erste Nacht in der unvorstellbar gigantisch grossen Hoehle unversehrt ueberstanden; den Affenschreien in unserer Hoehle gelauscht, wunderbare, riesige Elefantenkacke en masse gesehen und sogar einen Tiger-Fussabdruck! ja, ihr duerft beeindruckt sein! Viele Voegel gehoert, einen grossen gesehen und von Ferne auch einen Kakadu-Verwandten. An Lianen haben wir uns gehaengt und ich bin auf einem Baumstamm ueber eine "Schlucht" balanchiert. ausserdem bin ich fast gestorben vom Geruch in der "Hoehle der 1000 Fledermaeuse" und ein Blutegel hat auch seine Spuren an meinem Arm hinterlassen. die groesste Herausforderung war allerdings der Geruch, den die 5 Jungs, die mit mir waren, ausgestroemt haben. 2 aus Hollland (neue Rechtschreibung?), einer aus England, unser Guide und natuerlich Max. Gerueche jedoch alle relativ aehnlich...
Nach dem zweiten Tag Marsch durch den Dschungel, hatten wir es uns gerade neben unserem Lagerfeuer im Sand neben dem Fluss gemuetlich gemacht, als es leise zu troepfeln anfing...gerade langsam genug, sodass wir noch die "Huette" im Dorf der "local people" namens Orang Asli erreichen konnten, wo wir schlafen sollten. von drinnen konnte man zuhoeren, wie es immer lauter, die Tropfen immer heftiger prasselten und doch bin ich bald eingeschlafen, um mitten in der Nacht von Wasser auf mir geweckt zu werden, weil das Dach dem Regen nicht standhalten konnte...es waren Unmengen von Wasser, und am Morgen fand man dementsprechende Spuren auch draussen: ein ca 50 cm tiefer Graben hatte sich in den Sandberg hineingefraest und ein wenig unterhalb am Strand stand eine von den Huetten, relativ platt und verlassen, nur auf einer gespannten Schnur daneben hingen verschiedene Tuecher und Stoffe zum Trocknen. wir hatten natuerlich auch nichts trockenes mehr, nur das mehr oder weniger feuchte, was wir beim schlafen (und meist auch die letzten 2 tage) anhatten; feucht, wohl vom Flusswasser, das am Tag zuvor bei der rasanten Fahrt ueber den Strom zu uns ins Boot spritzte und noch nicht wieder richtig getrocknet war, oder vom eigentlich permanent anwesenden Schweiss, der ber der Feuchtigkeit hier einfach unvermeidbar ist.
Am morgen wurde uns dann gezeigt, wie die Einheimischen ihre Blasrohre benutzen und mit Ratan (oder heisst es Rotan?) und anderem Holz ein Feuer entfachen. Wir durften auch mal probieren und Feuer haben wir vereint sogar hinbekommen, aber fast keiner hat das Ziel, das ca 25 m entfernt war, mit den kleinen Pfeilen getroffen. Zwei der Jungs haben Blosrohre gekauft, waehrend man mir ein ca 1-jaehriges Kind auf den Arm setzte. Sie kaute an einer dieser asiatischen Instantnudeln (allerdeings roh) und war erst ein bisschen eingeschuechtert, dann guckte sie uns interessierter an. was ich nicht ganz verstanden habe, war, dass die Leute so dunkel waren und eigentlich auch Haare hatten, die wir als "afro" bezeichnen wuerden. also wenn ich ein Bild gesehen haette, ich haette geschworen, es seien Afrikaner, auch wegen der lustigen Tonsuren... (gerade bei Wikipedia nachgeguckt, aber es war auch nicht sehr aufschlussreich: sie seien nachgewandert, was auch immer das heisst!)
Ach, und weggelaufen sind mir die fuenf Jungs im Regenwald immer fast, sodass ich das Dschungel-Pflanzen-Chaos insgesamt leider nicht so richtig betrachten konnte. Aber eine super Tour war es trotzdem und ich war eigentlich ein bisschen enttaeuscht, danach wieder im "touristischeren Nest" zu sitzen, welches immer noch 2 Stunden im Bus bzw 3 im Boot vom naechsten richtigen Dorf entfernt ist...

Am Tag nach der Rueckkehr aus dem Wald sind wir dann los zu den Perhentian Islands, allerdings hatte ich Durchfall, endlich. Ich fand es echt lustig, eigentlich; es war, als haette ich die ganze Zeit darauf gewartet und ich war fast stolz auf ihn, weil ich es als Initiation sehen konnte; ich meine, was ist eine Weltreise ohne Durchfall? Nach Einnahme von Medizin war es auch nicht mehr schlimm, aber die Fahrt mit dem Bus durch den Regenwald war alles andere als lustig, aufgrund der sogenannten Strassen und dem Fahrtempo. Irgendwann wurden wir vom grossen klapprigen Bus umgeladen in Minivans, was den Fahrtkomfort auch nicht besser machte, ganz im Gegenteil. Ich war immer im Zwiespalt, ob ich beten sollte, dass wir bald ankaemen, oder ob ich den Fahrer anschreien sollte, nicht so moerderisch zu fahren, damit sich die Chance, dass wir lebend an der Kueste ankommen, erhoehe. nicht nur unser Fahrer, sondern anscheinend fast alle Malaysier scheint es nicht zu stoeren, wenn Autos entgegenkommen, wenn man ueberholen will (von Motorraeder ganz zu Schweigen), sodass man permanent zu viert neben einander auf eigentlich nur 2 Spuren faehrt...ich bin woertlich Tausend Tode gestorben!
abgesehen von diesem Unbehagen, vielleicht gleich zu sterben, gefiel mir die Fahrt nicht so gut, weil ich mir wie in einem glaesernen Kuehlschrank auf Raedern vorkam, denn von der Kultur selbst haben wir praktisch gar nichts mitbekommen. nur ab und zu arabische Schilder am Strassenrand, goldene Turmspitzen irgendwo hervorblitzen (vielleicht waren die Minituerme, von denen immer 2 im gleichen Abstand aus dem Gras guckten, Friedhoefe...?), verschleierte Frauen, freilaufende Kuehe, Schafe und Ziegen und tropische Landschaft wie in Honduras, mit aehnlichen Holzbaraken am Strassenrand, nur dass die hier noch besser aussehen und die Strassengraeben nicht mit Muell gefuellt sind.
Aber da waeren wir wieder bei meinem absurden (wahrscheinlich gar nicht so erstrebenswerten) Anspruch, die Kultur annaehernd erfassen, tatsaechlich kennenlernen zu wollen. Hm.

die Inseln waren ein Traum. wir haben mithilfe unseres "einsamen Planeten" eine Bucht gefunden, die nur ein einziges "Hotel" mit angegliedertem Restaurant und dementsprechend wenig Touristen bietet. Die Ruhe war ein Traum und dort konnte ich meine kurzzeitige, erhoehte Temperatur einfach weglesen und wegliegen und in den folgenden Tagen mit unseren neu gefundenen, im Tierreich bewanderten schweizer Freunden die Korallen unsicher-schnorcheln. Die Haie, die sie in den vorhergehenden Tagen gesehen hatten, konnten wir nicht mehr sichten, aber Tausende andere Fische in allen (un-)vorstellbaren Farben und Formen (sogar ganz viele "Nemos" haben wir gesehen, fuer die die wissen, wer das ist) und tolle Korallen und Muscheln. Am Strand konnte ich die Haende nicht vom Boden lassen uns hab sicher ueber 2 kg Strandgut gesammelt, das ich vor der Abfahrt allerdings nochmal sortiert hab, denn ich muss es ja tragen! Alles in allem sehr schoene Tage und trotzdem war es Zeit, wieder zu gehen.

Jetzt sind wir in Peneng, auch genannt Georgetown und wohnen wieder bei einer Familie; ihr juengerer Sohn Edeson ist gerade mit AFS in Deutschland (wodurch ich auch die Adresse bekommen habe) und sucht gerade eine Gastfamilie, weil er von Schweiganger aus, wo er gerade wohnt, eine Stunde zur Schule fahren muss, und er sich, weil sein Gastbruder gerade mit AFS in die USA losgezogen ist, dort ziemlich einsam fuehlt...nur so, falls jemand Interesse hat, einen sehr netten und lustigen Malaysier bei sich aufzunehmen; es waere nur noch bis Januar und er wuenscht sich ein bisschen familiaere Waerme und die Moeglichkeit, sich selbststaendig zu bewegen.
Die Grossstadt verlor ihren Reiz sehr bald. Im Bus mit den ganzen Einheimischen hat es uns noch gefallen; wir fuehlten uns wieder ein bisschen wie in unserem "Amerika", aber nachdem wir ein bisschen rumgelaufen sind und uns die "main attractions" angesehen haben, wollen wir schon fast wieder raus aus den Menschenansammlungen.
Heute konnten wir zum Glueck ein bisschen aus dem Stadtkern fuechten und besichtigten eine "Butterfly Farm" (die irgendwie unter der Leitung unseres Hostpapas steht), was sehr farbenfroh und flattrig war und danach nahmen wir an einer Tour durch den "Tropical Fruit Garden" teil, was echt interessant und anschliessend vor allem lecker war, weil wir so viele Fruechte essen durften, soviel wir wollten (wir wollten natuerlich soviel, dass wir jetzt noch Bauchschmerzen haben...). Es gibt so viel Obst, von dem wir noch nie gehoert hatten und das sehr schmackhaft ist; am besten war trotzdem noch die Ananas, ihr glaubt gar nicht, was es da fuer Unterschiede gibt!
Morgen wollen wir noch 2 angeblich sehr schoene Tempel sehen und dann los gen Norden.
Unser Weg nach Thailand gestalltet sich als nicht so einfach, weil im Sueden Thailands, durch den wir zwangslaeufig durch muessen, wieder mal Unruhen herrschen (extreme Muslimen verlangen einen von Thailand unabhaengigen Staat) und ausserdem scheint die Regenzeit bzw der Monsun die Insel Ko Phi Phi ungastlich zu machen. Vielleicht muessen wir deshalb auf diese verzichten und zoegen dann am Sonntag direkt zu unseren Schweizerfreunden auf Ko Tao, eine Insel im Osten von Thailand, suedlich von Bangkok, aber das erfahrt ihr dann alles nachher!

Dass es wieder keine Fotos gibt, tut mir sehr Leid, aber in den Internetcafes gestalltet sich das nicht immer einfach (insbesondere, wenn man die CDs und Kabel gerade nicht bei sich hat...)

Macht es gut und euch keine Sorgen!
Clara

19 August 2006

 

Singapur-Kuala Lumpur

Leider schaffe ich es auch hier gerade nicht, meine Fotos im Eintrag zu speichern. Ich hoffe, dass ich sie noch nachliefern kann, aber kann fuer nichts garantieren; tut mir Leid!


Am Dienstag sind wir in Singapur angekommen; nach einem langen Flug, der keinerlei Schlaf fuer uns uebrig hatte, waren wir ploetzlich ganz schoen ueberfordert von der (uns doch eigentlich viel vertrauteren englischen) Sprache und irgendwie scheint uns Japan schon sehr vertraut geworden zu sein...jedes Mal, wenn ich "sumimasen" hauchen moechte, merke ich, dass es hier nicht angebracht ist.

ich hatte erstmal einen kleinen Durchhaenger, aber das muss ja kommen auf so Reisen. allerdings koennte das auch mit unserer "Unterkunft" gelegen haben: wir schliefen in einem unbenutzten Computerraum eines unglaublich (!!!) grossen Uni- bzw Studentenwohnheimkomplexes, und zwar jeder auf 4 Paaren zusammengestellter Stuehle. Tatsaechlich hab ich gar nicht mal soo schlecht geschlafen, aber es ist einfach absurd, vor allem, weil wir eigentlich einfach eine Nacht guten Schlaf gebraucht haetten und am besten irgendwo, wo wir uns auch wohl fuehlen und die Air Condition dir nicht direkt einfach 20 oder 27 Grad-Luft ueber den Kopf jeagt.

jetzt, da ich gerade in Kuala Lumpur sitze, kann ich mit ein bisschen Abstand sagen, dass die Leute in Singapur auch sehr zuvorkommend waren und ohne zu zoegern ihr Handy rausholten oder wenn sie den Weg nicht wussten, sofort in den naechsten Laden hineinhechteten, um es heraus zubekommen. Aber insgesamt schienen sie nicht so zugaenglich und interessiert; vermutlich weil sie mehr als genug Tourismus haben und Englisch wirklich nicht ueben muessen...
Singapur hat uns insgesamt nicht so beeindruckt wie Japan, obwohl es schoen war, aber villeicht hat unsere Faehigkeit, neue Kontakte zu knuepfen und Staedte zu erkunden momentan ein bisschen abgenommen und wir sehnen uns schon nach "Urlaub vom Urlaub"...
Ihr moegt das unverschaemt finden, aber es ist so anstrengend, sich immer wieder vorzustellen und aufmerksam und interessiert zu sein, wenn man sich einfach mal irgendwo hinsetzen, entspannen und wohl fuehlen will, ohne sich um anderes und andere kuemmern zu muessen.
kleine Abenteuer hatten wir in Singapur natuerlich trotzdem; nachdem wir aus unserer ersten Herberge gefluechtet sind, sind wir eine Nacht in einem guenstigen Hotel untergekommen, was angenehm war, weil wir unser eigenes Zimmer und eigenes Bad hatten (wenn auch nicht sehr gross und ohne Fenster) und haben noch am gleichen Tag ein Youth Hostel fuer die naechste Nacht gesucht. Das ganz andere Essen war sehr gut und sehr billig, und insgesamt ein bisschen vertrauter als der Rest Singapurs, weil wir in Little India untergekommen sind, obwohl es natuerlich auch nicht ist, wie beim Inder in der Woerthstrasse, was nicht heissen soll, dass es schlechter ist, nur anders (zB auf Bananenblaettern serviert...)
Nachdem wir ziemlich viel durch die representativen und touristischen Gegenden Singapurs gelaufen sind und uns eine viertel Stunde in eine Bar im 70. Stock eingeschlichen hatten, um die Lichter von oben betrachten zu koennen ohne etwas zu bezahlen, sind wir total muede und leicht beschaemt in eine Rigscha vor einem Luxushotel mit lauter Porsches vor der Tuer gefallen. als der Fahrer dann noch absolut schreckliche Musik anschaltete und nicht aufhoerte, allen vorbeigehenden Leuten zu winken und generell einfach mit seiner Handhupe einmal quitschend auf 4-spurige Strassen gefahren ist, wollten wir endgueltig im Erdboden versinken. dann hat er uns nur noch zu einem der 2 ausgemachten Plaetze gefahren und der hohe Preis, der mit den 2 Anfahrorten gerechtfertigt worden war, galt dann ploetzlich pro Person!! so, das war unser erster Reinfall; wir hoffen nur, dass er das Geld behalten darf und es nicht abgeben muss. Wo wir gestern fuer das gleiche Geld 6 Stunden in einem Luxusbus von Singapur nach Kuala Lumpur gekarrt wurden, wissen wir, wieviel er uns abgenommen hat (fuer europaeische Verhaeltnisse natuerlich eigentlich laecherlich!)...
Ausserdem hab ich mir eine groessere Speicherkarte fuer meine Kamera gekauft, und habe dabei den Preis sehr runtergehandelt, worauf ich sehr stolz bin. Hoffe jetzt nur, dass ich die Kamera nicht verlier und wir nicht in unseren Fotos ertrinken werden!

Unser Plan von Singapur aus, war ja eigentlich nur ein bisschen nach Malaysia, an den Strand, aber jetzt haben wir in der Jugendherberge so viele Leute getroffen, die uns von Thailand vorgeschwaermt haben, dass wir einfach unseren 2. Flug auch verschoben haben und Asien wahrscheinlich doch erst in einem knappen Monat verlassen...vorgestern nacht sassen wir noch mit 2 total netten Deutschen bis nach 1 Uhr nachts und haben Geschichten ausgetauscht und mit ihnen grob unsere Route von hier nach Bangkok besprochen. es war auch wieder einfach schoen ungezwungen mit anderen nicht englisch sprechen zu muessen, so bloed das jetzt klingt.

so, das sind jetzt eigentlich viele kleine Stuecke, die ich versucht habe, zu einem einigermassen homogenen Text zusammenzubasteln und ich hoffe, ihr kommt durch.

Morgen geht es vermutlich los in den National Park "Taman Negara". hier im Internetcafe haengt ein Plakat auf dem steht "The world's oldest Rainforst" und wir sehnen uns einfach nach ein bisschen Natur und Ruhe. Kuala Lumpur ist sicher sehr interessant, aber unglaublich anstrengend mit massenhaft Autos und Mofas, ungeplanten Strassennetzen vergleichbar mit denen in Tegucigalpa und dadurch crasser Laerm und Luft, die dich umbringt, wenn du einatmest. Die National Moschee von Malaysia haben wir heute besichtigt und uns laenger mit einem Muslimen auf Englisch unterhalten, was sehr aufschlussreich war, aber viel mehr werden wir in KL wohl nicht schaffen und es scheint auch nicht wesentlich mehr zu geben, was wir jetzt unbedingt sehen muessten (denn zum Beispiel einen Zoo haben wir in Muenchen ja auch und Achterbahnen jedes Jahr auf dem Oktoberfest...).

also, keine Ahnung, wann ich wieder schreiben kann, aber ich wuensche euch (und uns) eine gute Zeit!
Alles Liebe
Clara

 

Japan 2



Kurz vorne weg: irgendetwas stimmt mit den Fotos nicht und deshalb habe ich jetzt fuer die naechsten 2 Eintraege keine. Das tut mir sehr Leid, denn ich denke, sie sind eigentlich sehr schoen und man kann sich mehr unter meinen Gedankengaengen vorstellen, aber vielleicht kann ich sie irgendwann im Nachhinein noch einfuegen...


Es ist unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht und wie die Tage zu verschwimmen beginnen, die Impressionen bleiben und die Muedigkeit waechst!
Entschuldigt bitte, dass ich jetzt nicht mehr so auf die Recht- bzw Gross- und Kleinschreibung achten werde und bitte auch die (schon im ersten Text entdeckten) stilistischen Fehler, oder wenn ich ganze Satzteile oder Worte vergesse. Wer meinen Perfektionismus kennt, weiss, dass ich eigentlich einen anderen Anspruch habe, aber der Aufwand ist mir in der knappen Zeit einfach zu gross und ich denke, ihr werde mich trotdem verstehen. Ich moechte auch nicht mehr alles so detailiert schildern, sondern...naja, mal gucken. Und die Qualitaet der Fotos wird hoffentlich auch wieder besser, mal gucken, woran das jetzt liegt und wie es in Zukunft ist...

Ach ja, die Reise in Japan

Wir sind in Kyoto angekommen, letzten Samstag (5. August?) und es war bruellend heiss und schwuel. Dem beeindruckenden Bahnhof konnten wir erstmal gar nciht viel Aufmerksamkeit schenken, aber vor unserer Abreise haben wir noch viele Fotos gemacht. die genauen Zahlen hab ich vergessen, aber es waren ungefaehr 5 lange Rolltreppen und 3 kleine normale treppen oder wahlweise vielleicht 9 normale Treppen, die einen aufs gartenartige Dach mit endlosem Blick gefuehrt haben und einen den ganzen geschwungenen Glas-Stahlbau aus noch mal anderen Blickwinkeln betrachten liess. einfach irre Architektur. Kyoto selbst hat mir auch sehr gut gefallen, irgendwie ist es viel wohnlicher dort als in Tokyo. Das Bussystem ist verstaendlich und auch die Leute scheinen, trotz lustiger Mode, normaler, zugaenglicher, nicht so abgedreht oder businesslike wie in Tokyo. Wir sind einmal auf dem Weg zu einem "night walk", der im lonely planet beschrieben war, vom beschriebenen Pfad abgekommen und in eine Staendestrasse eingebogen, die irgendwie im Fluss verlief, auf so einer Art Mole, parallel zum Ufer. Die Laternen und das Ambiente direkt am Fluss haben mich stark an Paris erinnert, aber die Leute aus den Staenden haben uns die ganze Zeit nie gesehene Sachen zum Essen oder komische Spiele angeboten. das ganze lief an einer Meile von gelblich erleuchteten Haeusern mit riesen Fenstern und weiter unterhalb an nebeneinander aufgereihten super gemuetlich aussehen, schumrigen Restaurants vorbei, die aus Holz waren und auf Stelzen halb ins Wasser reinragten. Auf dem Rueckweg, sind wir eine Strasse entlanggelaufen, in der sich viele junge Leute getummelt haben, einfach gemuetlich rumsassen oder standen, mal mit einem Bier in der Hand; ganz so, dass ich mir vorstellen haette koennen, in Muenchen zu sein. Dann kommst du wieder an merkwuerdigen Schaufenstern vorbei, die halbnackte Anime-Maedchen (japanische Comics) auf Plakaten in Neonlicht zeigen und vor denen Maenner in Anzuegen stehen und sehr ernst gucken und du fragst dich wieder, worums geht, aber diese komischen Seiten nehmen nicht so Ueberhand wie in Tokyo.
Was an Kyoto natuerlich noch beeindruckend ist, sind die vielen Tempel und Schreine und auch die Burg, die eigentlich keine Burg ist, so zerbrechlich und fein, wie sie gebaut ist, aber sie hat riesige Mauern und einen Burggraben und laesst einen ahnen, wie Japan mal gewesen sein muss. Und dann gibt es diese Tempel, die aussehen wie alle anderen auch und dann stehen ploetzlich woertlich 1000 vergoldete Statuen, jede mit 33 Armen vor dir und beten oder nicht so viele, aber riesige und beeindruckende Goetterbilder bauen sich vor dir auf und du traust dich nicht mehr, laut zu reden. Auch in Nara, wo wir von dem kostenlosen "Student Guide" profitiert haben (Studenten, die ihr Englisch aufbessern wollen, fuehren Touristen), waren die religioesen Staetten unglaublich eindrucksvoll. Wir standen im groessten hoelzernen Gebaeude der Welt "Todaiji-Tempel"/"Daibutsu-den", in dem dir ein riesiger (!!!) Medizinbuddha zu verstehen gibt "Keine Sorge; ich werde dich heilen" und haben von unserer suessen Fuehrerin Kana jede Statue und fast jeden Stein erklaert bekommen, sind durch "das Nasenloch des Buddhas" geschluepft, weil das gluecklich und gesund machen soll und sind dann, nach einem sehr leckeren Essen in einem Restaurant, doch noch laenger in Nara beblieben, weil zufaellig ein mehrtaegiges Lichterfestival war, bei dem in der ganzen Stadt Tausende von Laternen aufgestellt wurden und alles "in einem anderen Licht" erschienen liessen, was wunderschoen war. was ich noch nicht erwaehnt hab, weil es mich persoenlich nicht besonders beruehrt, sind die ganzen Rehe, die frei und zahm bzw aufdringlich in Nara rumlaufen. Weil die oberste Gottheit des Shintuismus auf einem weissen Reh das erste Mal nach Nara gekommen ist, sind diese heilig und geschuetzt und duerfen machen war sie wollen, und das ist vor allem von Touristen gefuettert werden und zur Entspannung zwischendurch im Schatten liegen...
Wir wollten den Night walk durch "Gion" in Kyoto ja eigentlich nur verschieben, haben ihn dann allerdings nicht mehr geschafft, weil wir so lang in Nara geblieben sind und dadurch vielleicht die Chance, den Blick auf eine Geisha zu erhaschen, verpasst, aber ein Grund mehr, Kyoto (und Nara) wieder zu besuchen.
Uebrigens wird am letzten Tag des Lichterfestival auch der grosse Tempel innen erleuchtet, so dass man von einem bestimmten Punkt aus von draussen, genau sein beruhigendes Gesicht in Gold durch ein kleines Fenster leuchten sieht. Wunderschoene Postkarten!

Am Dienstag sind wir dann nach Osaka abgereist, wo wir in einem schrecklichen, heruntergekommenen Viertel gewohnt haben, aber die Gesellschaft von Max's Freund Shouta (die beiden haben sich in Mexico ueber AFS kennengelernt) und dessen Freundin sehr genossen.

Gleich am naechsten Morgen ging es leider ohne Markus, unseren Beschuetzer und Stadtplanhalter, nach Hiroshima weiter. Dort angekommen, haben wir durch die tolle Touristeninfo eine Jugendherberge ausfindig machen koennen und sind dann mit der Trambahn zu einer der Atombomben-Gedenkstaetten sowie ins Museum gegangen. Das ganze war erschuetternd und sehr informativ; man greift sich oft einfach nur an den Kopf und fragt sich, warum man gerade Mensch werden musste; aber Hiroshima ist, wie mir meine Mutter schon berichtete, eine sehr offene, freundlich Stadt, die aus dem schrecklichen Schicksal offensichtilich viel Gutes fuer sich ziehen konnte. Mit dem Zug anschliessend ans Meer und mit der Faehre zu einem der schoensten Orte Japans, einer Insel "Miyajima-guchi" (oder so aehnlich), die ein rotes Tor vorgelagert hat, und die bei dem Sonnenuntergang, den wir sahen, unbeschreiblich war. Das sind die Momente, die unvergesslich bleiben, hoffe ich instaendig.


20 min vom Hauptbhf mit dem Zug nach Saka, dorf nur ein kaputtes oeffentliches Telefon gefunden, weil wir in der JuHe anrufen wollten, um abgeholt zu werdengefahren, und auch hier sind wir mal wieder auf japanische Freundlichkeit gestossen: wir wollten den Bahnhofsvorsteher nur nach dem Weg fragen und er rief gleich selbst dort an und wir wurden abgeholt. Kurvige Strassen, ein viel zu langer Weg zu laufen, vor allem mit unserem Gepaeck. Oben, im schoenen, einfachen sauberen Hostel mit Tatami-Matten in 2 verschiedenen Zimmern: Max mit einem 16-jaehrigen und einem Japaner um die 30, ich mit einer ca 60-jaehrigen Dame. Jeder hatte seine tollen Gespraeche, die wohl aber ziemlich verschieden waren! Japaner sind aber einfach toll.

Am naechsten Morgen auf dem Weg in die Stadt haben wir uns lange mit 2 Spaniern unterhalten, die 3 Wochen in Japan unterwegs und auch ganz begeistert sind. Dann wollten wir unbedingt zu einem Onsen und wollten dafuer in eine Art Nationalpark fahren, nach kleineren Komlpikationen sassen wir dann auch endlich im richtigen Bus und fuhren dann fast andertalb Stunden ins Landesinnere von Sued-Kiushu. Obwohl ungewollt, war das auch irre; die Landschaft hat mich sehr an Honduras erinnert, die Waelder, die sich auf runden Huegeln erstrecken, aber die Farbe ist nochmal anders und die grellgruenen Reisfelder mit ausgemergelten Figuren mit Hut darauf zwischen den geschwungenen Holzhaeusern, passen nur hierher. Irgendwann oben angekommen, nachdem wir den Busfahrer davon ueberzeugt haben, dass unser JapanRailPass auch in diesem Bus gelten muesse, waren wir in einem anderen Onsen als geplant angekommen. dieses war nicht draussen, aber fuer uns immer noch gut genug. Das Wasser ist unglaublich heiss und ich weiss immer noch nicht, was ich alles falsch gemacht hab, aber toll war es trotzdem. Da die ganze Aktion sehr zeitaufwendig war, obwohl wir kaum eine Stunde im Onsen selbst verbracht haben, konnte der Max die Burg von Hiroshima nicht mehr ansehen, aber gelohnt hat es sich auch wegen dem Einblick ins Land.

Die naechste Zugfahrt ging nach Takamatsu, einer Stadt im Norden von Shikoku, ueber Okayama. die Ueberfahrt auf der riesigen Bruecke war geisterhaft; gerade in der Daemmerung schwebten wir ueber dem Meer und die Stimmung mit dem Blick auf den Nebel, kleine bewaldete Inseln, dahinter die grossen, und immer mehr aufblinkende Lichter aus dem unbestimmten Blau in allen Schattierungen waren eindrucksvoll; fuer mich eine Erinnerung an Lummerland (Jim Knopf und Lukas, der Lokomitivfuehrer)....
Dazu kam noch, dass sich das Buch "Wir sind Gefangene" von Oscar Maria Graf immer mehr zuspitzte und mich sehr bewegte.

In Takamatsu trafen wir Max' Tante Shoku, die uns gleich zum Essen einlud und dann, nach weiterer kurzer Zugfahrt ins Hotel brachte, das ihre Mutter uns bezahlte. Max und ich mussten ziemlich losprusten, als wir mit keiner sauberen Unterhose im riesigen Backpacker-Rucksack auf dem mueden Ruecken in die geschniegelte Hotellobby eintrafen. Das war Luxus, sodass wir wegen der modernen Technik das Licht nicht mal anknipsen konnten, ohne bei der Rezeption noch mal nachzufragen, wie...das Licht der Tennisplaetze wurde gerade ausgeschaltet als wir um halb 11 ankamen und nach der Besichtigung des hoteleigenen Onsens, trafen wir auf 3 Karaokeraeume, sodass wir im Schlafanzug und Yukata-aehnlichen Bademaenteln noch 5 wunderbar-schreckliche Schlager schmettern konnten, bis uns ein ernster Herr des Hotels darauf aufmerksam machte, dass es schon sehr spaet sei...ein etwas kurzes, aber grosses Vernuegen.

Nach einer weiteren kurzen Nacht, weil wir das Onsen ja ausnutzen und auch den Tag nutzen mussten, fuhren wir zu den Eltern von Shuko und anschliessend besuchten wir mit ihr und ihrer Tochter (also mit Max' halbjapanischer Cousine) einen sehr schoenen, grossen Park in Takamatsu und nahmen dort auf Tatami-Matten endlich einen echten gruenen Tee ein, was wir uns bisher nie geleistet hatten; allerdings hat die Teezeremonie selber leider nicht vor unseren Augen stattgefunden, sondern wir haben nur den Tee serviert bekommen...aber so schoene, lichte Gebaeude. eigentlich viel zu fein und zart, um sie "Gebaeude" nennen zu koennen...
Die Ueberfahrt zurueck zur Hauptinsel war ganz anders, hell und gruen und auch die Fahrt nach Nagoya war noch mal toll, weil ich wieder andere Landschaftsformen Japans entdecken konnte: Felder, frisch, feucht, gruen, baeuerlich, laendlich, es hatte geregnet.

In Nagoya den lieben Markus zum letzten Mal am Bahnhof getroffen und dann weiter nach Tokyo, mit einigen selbstverschuldeten Zugkomplikationen, die mich in Kombination mit all der Muedigkeit an den Rand der Verzweiflung brachten. Als wir dann nach 10 Uhr abends an Manamis Metrostation ankamen, war ich sehr erleichtert ueber so eine lustige, freundliche Grossfamilie! Die Mutter kocht soo lecker und hat mich gleich am ersten Abend ausgefragt, was ich denn am liebsten mag und was ich noch nicht probiert haette. das gab es dann die naechsten Tage, sogar ein OBENTO hat sie gemacht, eigentlich eine Art Picknick-Schale mit vielen verschiedenen Kleinigkeiten drin, die man auf Reisen oder eben auf Ausfluegen oder in die Schule mitnimmt. das gabs dann extra fuer mich zum Abendessen auf dem Esstisch; so suess sind die!

Um euch noch mehr zu verwirren: mein, also unser Gastbruder Tito aus der honduranischen Familie ist zur Zeit als Austauschschueler in Japan und kam am Samstag auch zur Manami, sodass jetzt 3 Mitglieder der Familie, die gemeinsam in Honduras gewohnt hat, kurzzeitig in Japan vereint waren und unter einem Dach wohnten!

Manami wollte am Samstag unbedingt mit uns zu einem riesigen Feuerwerk in japanischer Tracht gehen. da dem Max die Tracht vom Vater nicht passte, haben sie ihm eine eigene gekauft und mir einen Frisoeurbesuch bezahlt, weil ich die ganze Zeit davon geredet hab, dass die Japanerinnen so coole Haarschnitte haben...abends hat es dann geregnet, sodass wir nur wieder zu Perikura gegangen sind und unser Aussehen dokumentiert und komentiert haben. das Feuerwerk war am naechsten Tag und sehr schoen und lang (1 stunde!), aber sowas bewegt mich ja nicht so wahnsinnig. besser fand ich, dass wir tagsueber wieder in den verrueckten Strassen Tokyos rumgelaufen sind und lustig angezogene Maedchen fotografiert haben.

Am Montag war dann der Geburtstag von Manamis Vater. Nachdem uns die Mutter mit dem Gepaeck geholfen hat, haben Max und ich mittags eine Freundin von mir aus Muenchen getroffen und sind am Kaiserpalast entlang (in den Park darf man leider nicht) gelaufen und haben dann das Tokyo International Forum mehr oder weniger zufaellig gefunden; auch ein irres Gebaeude, wie ein Raumschiff!

Spaeter haben wir dann keine Zeit mehr gehabt, um ein letztes Mal Perikura zu machen, was sehr schade war, aber "Papa" hat uns mit seinem kleinen, geschniegelten Audi (mit Fernseher) abgeholt und wir sind durch den Businessdistrict zum Mori Tower gefahren, was auch eigentlich unser letzter Wunsch in Tokyo war. das ist ein riesiger Turm, der angeblich alles, was man sich vorstellen kann unten drin integriert hat, also von Supermarkt ueber UBahnstation usw, auch ein Hotel, und zwar war das das Hyatt Hotel, welches fuer mich ja sehr wichtig ist, weil es in "Lost in Translation" der zentrale Handlungsort ist; jedenfalls ist der Papa aus Versehen zu denen gefahren, und der Mensch, der einem immer die Tuere aufmacht (hab den franz. Ausdruck vergessen...), hat uns die Tuere aufgemacht und es war wie im Film, solange bis der Papa gecheckt hat, dass wir falsch sind. Dann mussten wir weiter, aber das war nicht weniger spektakulaer, denn man musste mit dem Auto in so eine Art Garage fahren, bis an eine ganz bestimmte Stelle, dann aussteigen, abschliessen, hinter eine Glastuer gehen und dann zugucken, wie das Auto auf einem seitlich zum Fahrzeug verlaufenden Fahrband in der Wand neben an veschwindet, wo es dann in einem Aufzug irgendwohin gebracht wird. das war so futuristisch! im ersten Aufzug konnten wir nur 3 Stockwerke hochfahren, wo dann schon verschiedene Platformen waren, die wir leider nicht betreten konnten, weil der Papa es eilig hatte. nach der Kasse (wir sind natuerlich eingeladen worden) sind wir in einen anderen Aufzug gelotst worden, nach einem Sicherheitscheck wie am Flughafen (d.h. Max und ich hatten jeder unbemerkt ein Taschenmesser dabei...), und in den 52 Stock hoch. Ein irrer Blick bot sich uns, direkt vor uns der Tokyo Tower und dahinter bei beginnender Daemmerung die unglaublichen Weiten Tokyos mit einer immer mehr zunehmenden Anzahl an Lichtern, bis es irgendwann ein Meer aus flackernden Punkten im Schwarz war. Der Vater hat sich kaputt gelacht, wie viele Fotos wir gemacht haben und hat dann zusaetzlich ein Schweinegeld dafuer gezahlt, dass wir auf einer noch hoeheren Plattform mit noch besserem Blick auf den Tokyo Tower ein Foto von uns 4er in die Hand gedrueckt bekamen. Durch die Ausstellung des beruehmten Mori Modern Art Museum hat er uns dann noch gefuehrt, allerdings am Ende eher rausgeschleift, weil es schon so spaet geworden war und wir ja noch Zuhause Geburtstag feiern wollten. War ein bisschen schade, weil die Ausstellung ziemlich interessant war, aber zT hab ich auch nicht genuegend Beschreibungen gefunden und haette mich besser mit den einzelnen Kunstwerken auseinandersetzen muessen. Zu Hause haben wir dann die ganze Familie wieder getroffen (Manami war den ganzen Tag ueber im Paukstudio gewesen, um die Aufnahmepruefung fuer die gewuenschte Uni im Februar zu bestehen) und vor dem Abendessen wurden die Kerzen des Geburtstagskuchen angezuendet (die in der Mitte hat die Melodie von Happy Birthday gespielt) und Fotos gemacht. Waehrend des Obentos haben wir erst den Weisswein getrunken, den ich mitgebracht hatte, dann haben die Jungs und der Vater Bier getrunken und dann so viel Sake, dass mein kleiner Bruder total besoffen war. Das ganze war ziemlich lustig und wurde dann auch noch ein bisschen unangenehmer, aber Manami hat mir versichert, dass niemand der Familie den Vater je so gluecklich wie an diesem Abend gesehen haben, weil er es so genossen hat, Soehne zu haben und dass ihm ein vollgekotztes Bett das sicher wert waere. Weiss nicht, wie die Mutter das sieht, sie schien das Getrinke nicht so zu befuerworten und sie war ja dann letztendlich wahrscheinlich auch die mit der meisten Arbeit...
mir hat die Manami dann noch auf ihrer E-Gitarre vorgespielt und dazu gesungen, was ich ganz toll fand; so hab ich noch eine neue wunderbare Seite von ihr kennengelernt. der Abschied am naechsten Tag war umso verschlafener und umso trauriger. Manami musste ja wieder zur Schule und die Eltern und Tito haben uns zum Flughafen gefahren. Die erwarteten Komplikationen beim Check-in nach der Geschichte mit London-NewYork sind nicht eingetreten und obwohl es schwer war, die weinende Mutter und den niedergeschlagenen Tito und Vater so stehen zu lassen, haben Max und ich ausser Sichtweite schon wieder lachen koennen.
Dass wir nicht wie geplant auf den Fuji San gestiegen sind hatte viele Gruende und das ist wiederum ein Grund, bald wieder herzukommen!

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